Montag, 10. Juli 2017

Johannisbeer-Baiser Tartelettes

Ich bin ja ziemliche Naschkatze und liebe alles was süß ist. Aber gerade im Frühling und Sommer stehe ich auch total auf saure-süße Teilchen, wie die Johannisbeer-Baiser-Tartelettes, die ich vor wenigen Wochen für meinen Vintage-Hochzeits-Sweet Table gebacken hatte.
Johannisbeeren und Baiser sind sowieso eine traumhafte Kombination, passen die säuerlichen Beeren doch perfekt zum süßen Baiser. Das Rezept ist recht einfach gehalten, ihr braucht dafür außer dem üblichen Backequipment nur Tartelette-Förmchen, ein Thermometer für den Baiser sowie einen Spritzbeutel und eine Lochtülle.



TIPP: Die Johannisbeeren am besten schon am Abend vorher einzuckern, damit sie richtig schön Saft ziehen. Wenn ihr das aber -wie ich meistens- verpasst, könnt ihr sie auch nur 1-2 Stunden ziehen lassen und dann mit Johannisbeersaft auf 250ml auffüllen.
Habt ihr jetzt auch Lust bekommen? Dann nichts wie ran an die Schneebesen, es lohnt sich:

 

Johannisbeer-Tartelettes mit Baiser
für ca. 15 Stück
Für den Teig:
300 gr Mehl
200 gr Butter
90 gr Zucker
60 gr gemahlene Mandeln
1 Pck. Vanillezucker
3 Eigelbe

Often auf 180 Grad OberUnterhitze vorheizen. Alle Zutaten zusammen kneten und den Teig dünn ausrollen. Teig in Tarteletteförmchen drücken und die Ränder glatt abschneiden. 15 bis 20 Minuten blindbacken, bis der Teig goldbraun ist. Geg. noch einige Minuten ohne Hülsenfrüchte backen. Auskühlen lassen.
 Für die Füllung:
500 gr Johannisbeeren
60 gr Zucker 
1 Pck. Tortenguss



Die Johannisbeeren am Abend vorher einzuckern und Saft ziehen lassen.
Die Johannisbeeren abtropfen lassen, den Saft abmessen und evtl. auf 250 ml auffüllen. Mit dem Tortenguss aufkochen, vom Herd nehmen und die Johannisbeeren unterheben. Auf die Tarteletteförmchen verteilen und auskühlen lassen.

Für das Baiser:
75 gr Eiweiß
225 gr Zucker
50 gr Wasser

Das Eiweiß in die Schüssel der Küchenmaschine geben. Zucker mit Wasser in einem Topf zum Kochen bringen.
Wenn der Zucker 115 °C erreicht hat, das Eiweiß schlagen.
Wenn der Zuckersirup 118°C erreicht hat, in die Eiweiße eingießen. Nun ca. 5-10 Minuten weiterschlagen, bis die Masse nur noch lauwarm ist. Inzwischen den Ofen auf 180 Grad Oberunterhitze vorheizen.
In einen Spritzbeutel mit Lochtülle geben und Tupfer auf die Törtchen spritzen.
Tartelettes 15 Minuten backen, das Baiser soll sich dabei nicht verfärben.

Hier gehts nochmal zum ganzen Vintage Sweet Table und hier findet ihr das Rezept für meine Pistazien-Limetten-Törtchen mit Marzipan.  Die nächsten Rezepte folgen bald hier auf dem Blog.

Viel Spaß beim Nachbacken!
Dagi

Mittwoch, 5. Juli 2017

Pistazien-Marzipan-Törtchen mit Limettenmousse

Vor kurzem habe ich euch ja bereits meinen großen Vintage Hochzeits Sweet Table vorgestellt, den ich im Juni gebacken und dekoriert hatte. Für dieses Buffet testete ich im Vorfeld viele neue Rezepte und habe nun einige superleckere Törtchen, die ich euch gerne vorstellen möchte.

 

Ein besonderer Wunsch des Bräutigams war ein Törtchen mit Pistazien und Marzipan. Ich suchte deshalb lange nach einem passenden Törtchen und fand....nichts.
Ich suchte dann also generell nach Pistazien Törtchen und fand in den Rezepten der wundervollen Törtchen Törtchen Crew ein Rezept für Pistazien-Törtchen mit Limettenmousse. Darauf kann man doch aufbauen, dachte ich mir, und baute geschwind noch eine Schicht Marzipan ein. :) Damit das ausgerolllte Marzipan auch gut auf den Biskuits hält, kam zwischenrein noch eine Schicht Lemoncurd.

Da das Halbkugel-Pistazien-Törtchen auch am öftesten von euch angesprochen wurde, bekommt ihr nun dieses Rezept als erstes:


Dieses Törtchen war das mit Abstand aufwendigste Törtchen auf dem ganzen Tisch, sind hier doch ziemlich viele Arbeitsschritte nötig:
1. Pistazienpüree herstellen
2. Pistazienfüllung machen
3. Knusperfüllung machen
4. Biskuit backen
5. Marzian ausrollen, Biskuit mit Lemoncurd bestreichen und Marzipan ausrollen
6. Limettenmousse anrühren
7. Törtchen zusammensetzen und tiefkühlen
8. Pistazienguss anrühren und Törtchen damit übergießen

Falls ihr evtl. an fertiges Pistazienpüree kommt, könnt ihr euch den ersten Arbeitsschritt natürlich sparen.

Außer den üblichen Kuchenhelfern wie eine Küchenmaschine benötigt ihr für diese Törtchen:
Halbkugel-Silikonformen (ca 8cm Durchmesser)
Petit-Four Silikonformen (ca. 4cm Durchmesser)
Thermometer
Außerdem ist ein Ausstecher von ca. 6cm Durchmesser für das Ausstechen der Biskuitböden hilfreich, hier kann man sich aber auch mit einem passenden Glas behelfen.


Ihr seht, das ist alles in allem kein schnell umzusetzendes Rezept. Der Vorteil allerdings ist, dass die einzelnen Arbeitsschritte immer wieder tiefgekühlt werden, man kann die Teilschritte also sehr gut im Voraus vorbereiten.

Pistazien-Marzipan-Limetten-Törtchen 
(adaptiert von Törtchen Törtchen)
(für 10 Stück)

Pistazienpüree: 
60 gr Pistazien 
1 Essl. Rapsöl 

Pistazien mit einer Kaffeemühle mahlen, bis eine feste Masse entsteht, Rapsöl dazugeben und verrühren.

Pistaziencreme:  
25 gr Milch
30 gr Sahne
5 gr Zucker
1/2 Blatt Gelatine
15 gr Pistazienpüree
1 Prise Salz

Milch, Sahne, Zucker & Gelatine erwärmen bis diese sich aufgelöst hat. Pistazienpüree untermischen und Salz dazu.

Knusperboden:
20 gr weiße Schokolade, flüssig und warm
10 gr Pistazienpüree
25 gr Keksbrösel
2 Prisen Fleur de Sel

Schokolade mit dem Püree vermischen und leicht mit Salz abschmecken. Keksbrösel dazugeben und sofort in 4cm Silikonformen (10 Stück, es macht nichts, wenn nur der Boden bedeckt ist) aufteilen, flach drücken. Die noch flüssige Pistaziencreme darüber verteilen und einfrieren.

Biskuit:  
30 gr gemahlene Mandeln
20 gr Puderzucker
2 Eigelb
35 gr Mehl
2 Eiweiß
25 gr Zucker 
10 gr flüssige Butter
 Außerdem:
2-3 Essl. Lemoncurd
150 gr Marzipan 
30 gr Puderzucker

Ofen auf 180 Grad Oberunterhitze vorheizen & Backblech mit Backpapier belegen. Mandeln, Zucker & Eigelb cremig aufschlagen. Eiweiß & Zucker zu cremig-festem Schnee schlagen, das Mehl unter die Masse rühren, den Eischnee unterheben & die flüssige Butter zugeben. Auf ein Backpapier verteilen (auf 20x20cm) & 8-10 Minuten backen. Auskühlen lassen. Biskuit dünn mit Lemoncurd bestreichen. Marzipan mit Puderzucker vermischen, ausrollen und auf die das Lemoncurd legen. 10 Stück ausstechen. Die Füllungen auf je einen Biskuittaler drücken und alles einfrieren.

Limettenmousse:
135 gr Sahne, flüssig
2 Blatt Gelatine, eingewicht
175 gr weiße Kuvertüre, gehackt
25 gr Limettensaft
15 gr Zitronensaft
210 gr Sahne, geschlagen
Abrieb von 1/2 Bio-Limette

Sahne aufkochen und die Gelatine darin auflösen, die Kuvertüre zugeben und 2 Minuten stehen lassen. Gut vermischen und den Saft zugeben. Wenn die Masse 32 Grad hat, geschlagene Sahne und Abrieb zugeben. Mousse in Halbkugelformen geben & die gefrorenen Böden so eindrücken, dass der Boden mit der Form abschließt. Einfrieren.

Pistazienguss
120 gr Sahne 
30 gr Wasser
20 gr Glukosesirup
35 gr Zucker
1,5 Blatt Gelatine
190 gr weiße Kuvertüre 
35 gr Pistazienpüree
20 Pistazien für die Deko

Sahne, Wasser, Glukose und Zucker aufkochen. Die eingeweichte Gelatine darin auflösen und die Kuvertüre beigeben. 2 Minuten stehen lassen und gut vermischen. Pistazienpüree unterrühren & auf 25 Grad abkühlen lassen.
Gefrorene Halbkugeln auf ein Gitter setzen und den Guss darübergießen. Abtropfen lassen, auf Törtchenuntersetzer setzen und mit je 2 Pistazien dekorieren. Komplett auftauen lassen und servieren.

Ich fand diese Törtchen extrem lecker und die viele Arbeit lohnt sich wirklich.
Viel Spaß beim Nackbacken!
Dagi



Donnerstag, 29. Juni 2017

Vintage Hochzeits Sweet Table

Bereits letztes Jahr fragte mich die liebe Dana, ob ich denn Lust hätte, für ihre Hochzeit im Sommer 2017 einen Sweet Table zu backen. Klar hatte ich Lust!
Der Tisch sollte im Vintage-Style gehalten sein, was ich sowieso schon ewig mal als Thema für einen Tisch verwurschteln wollte. Ich hatte dazu mir sogar schon vor Jahren einen alten Vogelkäfig gekauft, der seitdem darauf wartete, als Deko-Objekt einen Sweet Table zu verschönern.
Was dabei herausgekommen ist? Seht selbst! Ich denke die Bilder sprechen erstmal für sich, oder?






Als Farbkonzept sollten Weiß, Altweiß, Rosa und Gold verwendet werden, nach einigen Überlegungen entschieden für uns letztlich für folgende Sweets:

- Erdnuss-Salzkaramell-Cupcakes
- Käsekuchen-Törtchen mit Himbeeren
- Macadamia Cookies mit weißer Schokolade
- Pistazien-Marzipan-Törtchen mit Limettenmousse (Rezept hier)
- Johannisbeer-Baiser-Törtchen (Rezept hier)
- Zitronen-Macarons 



 

Die 4stöckige Fondanttorte war gefüllt mit Zitronen-Lemoncurd, Schokoladen-Himbeer  und zweimal Styropor . :D
Soll heißen die beiden unteren Etagen waren Dummies und nur die oberen beiden Etagen mit Kuchen bestückt. Die Braut hatte sich eine extrahohe Hochzeitstorte gewünscht, aber da es ja auch einen umfangreichen Sweet Table geben sollte, wären es sonst zuviel einzelne Stücke für die Gästezahl gewesen. Die Rosen auf der Torte hatte ich bereits ein paar Wochen vorher aus Waferpaper hergestellt.
Insgesamt waren 150 Teile auf dem Tisch plus noch die zwei Etagen Torte. 



Das größte Kompliment bekam ich übrigens am nächsten Tag beim Abbau von Dana selbst:
200 Gäste seien zu ihr gekommen, um ihr zu sagen, dass der Sweet Table sooo lecker und sooo hübsch war - und dabei gab es aber nur 80 Gäste. <3 <3 





Der ganze Sweet Table war für mich ein riesiger logistischer Aufwand - nicht nur, weil es der größte und aufwendigste Tisch bisher für mich war. Wie viele von euch vermutlich schon mitbekommen hatten: Ich bin vor 3 Wochen von München nach Wien umgezogen, die Hochzeit fand aber in der Nähe von München statt. :-O
Im ganzen Umzugsstress der letzten Monate packte ich deshalb schon im April meine Kisten mit Tortenplatten, Etageren, Dekokram, Backzubehör, Kitchenaid, selbst gebastelten Cupcake-Topper aus Spitze usw. und deponierte das Ganze in München. So mussten immerhin 5 Kisten weniger beim großen Umzug mit umgezogen werden. :) :) Ich hatte dann aber natürlich die ganze Zeit die Befürchtung, irgendetwas wichtiges vergessen zu haben - aber außer meinem Lieblings-Teigschaber hatte ich wirklich alles eingepackt. Einen anderen Teigschaber nutzen zu müssen war nun wahrlich kein Beinbruch. ;)



Nachdem wir uns also gut zwei Wochen in Wien eingelebt hatten, ging es auch schon wieder zurück nach München, wo ein 4tägiger Backmarathon auf mich wartete. Die beiden Dummie-Etagen wollte ich eigentlich bereits vorab eindecken und dekorieren, aber dann stellte ich fest, dass ich meine Drehplatten und Glätter bereits in IRGENDEINER der Kisten eingepackt hatte. Also musste ich das nun eben kurz vor der Hochzeit machen. Was macht man denn nicht alles für einen schönen Sweet Table. <3

Am Mittwoch spätnachmittags kamen wir in München an:
Zutaten eingekauft, Abendessen gemacht und gegessen und von 19-23 Uhr bereitete ich die ersten Sachen wie die Cookies vor.


 

Da der Wetterbericht (wie immer, wenn ich etwas wichtiges backen möchte) hochsommerliche Temperaturen mit bis zu 34 Grad vorhergesagt hatte, stand ich am Donnerstag bereits um 7 Uhr morgens auf. So deckte ich also frühmorgens, bei noch angenehmer Kühle, erstmal die Dummies mit Fondant ein. Donnerstag werkelte ich letztlich bis 19 Uhr, am Freitag dann von 8 bis 21 Uhr. Am Samstag wurden dann noch die Cupcakes frisch gebacken, alles zusammengesetzt und pünktlich um 13 Uhr ging es los zur Location.

 



Wie bei allen meinen letzten Sweet Tables half mir mein Mann nicht nur beim Tragen, sondern war auch für den Aufbau des ganzen Tisches zuständig. Wir sind da mittlerweile wirklich ein gutes Team: Ich kümmere mich um die Auswahl der Sweets und der Dekoration und natürlich das ganze Backen - er baut die Platten auf und sorgt für ein stimmiges optisches Konzept. Vielen Dank liebster Jens für deine Hilfe. Ach ja und dann macht er natürlich auch noch die Fotos, die ihr hier seht. <3

 

Der Sweet Table und ich
 

Man könnte meinen, nach so einem Backmarathon habe ich erstmal keine Lust mehr auf backen - das dachte ich auch... zunächst :D
Heute - 5 Tage später - habe ich schon wieder eine Torte gebacken, weil ich morgen auf eine Einweihungsparty hier in Wien eingeladen bin. Es gibt einen Erdbeer-Basilikum-Dripcake, das Rezept werde ich bald für euch aufschreiben.
Ein paar der Rezept des Sweet Tables kommen natürlich auch bald noch für euch. Was würdet ihr denn am liebsten als Erstes nachbacken? Irgendwelche Wünsche?

Wie gefällt euch denn den Vintage-Sweet-Table eigentlich, würde euch sowas für eure Hochzeit auch gefallen?
Ich bin auf jeden Fall ziemlich stolz auf diesen Tisch und obwohl ich das bei fast jedem Sweet Table sage:
Ich denke, das ist der hübscheste Tisch, den ich bisher gebacken habe. Aber so muss das ja auch sein.

Dagi <3

Montag, 19. Juni 2017

Einhorn- (Oreo-)Torte

Heute möchte ich euch endlich noch die Torte zeigen, die ich mir zu meinem eigenen Geburtstag gebacken habe. Der war ja auch erst äähh *hüstel* im März. Wahrscheinlich könnt ihr mittlerweile gar keine Einhörner mehr sehen, aber nachdem ich vorher leider einfach keine Zeit und Muße gefunden hatte, gibt es eben erst jetzt meine süßen Einhörner. 
Warum ich in den letzten Monaten nicht wirklich Zeit hatte und wie mein Umzug von München nach Wien gelaufen ist, könnt ihr etwas weiter unten nachlesen. ;)


Ich hatte wie immer gut überlegt, was ich mir als Geburtstagstorte backen soll und weil ich Einhorntorten ziemlich süß finde UND die Oreo-Torte aus Linda Lomelinos Buch "Torten" schon ewig mal nachbacken wollte, entschied ich mich für eine schwarze Einhorntorte. 
Die schwarze Hülle sind übrigens ganz simpel im Mixer zerhackte Oreo-Kekse. Durch die Keksbröselhülle hielten die Augen und die Mähne natürlich nicht sooo wirklich gut auf der Torte, aber nach einigem probieren klappte es dann doch. 
Passend zur Torte zauberte ich mehrfarbige Vanille-Einhorn-Cupcakes, dieses Rezept gibt es dann in wenigen Tagen für euch.
Das Rezept für die Oreo-Torte habe ich das erste Mal ausprobiert und bin wirklich schwer begeistert. Der Schokoboden schmeckt ORIGINAL wie der Oreo-Schokokeks und die vielen Oreos im Vanilleteig, der Füllung und außenherum machen diese Torte zu einem richtigen Riesen-Oreo. 
Falls du also auch ein Oreo-Liebhaber bist, ist das die perfekte Torte für dich. 

Da ihr für den Einhorn-Schweif etwas bunte Creme benötigt, bietet es sich übrigens wirklich sehr gut an, die Torte und Cupcakes gelich zusammen zu backen - so muss man nur einmal die Creme anrühren. Alternativ kann man die "Mähne" auch weglassen und die Torte nur mit Augen, Horn und Augen dekorieren. Oder klassisch ohne Einhorn und so weiter, einfach mit ein paar Oreos.



Oreo-Torte
(aus Linda Lomelinos Buch "Torten"
15cm Durchmesser)
Für die Oreo-Vanille-Böden:
8 Oreo-Kekse
50 gr zimmerwarme Butter
160 gr Zucker
125 ml Milch
1 Teel. Vanilleextrakt
150 gr Mehl
1/2 Teel. Backpulver
1 Eiweiß L

Backofen auf 175 Grad OberUnterhitze vorheizen. Kekse grob zerstoßen. Zwei Backformen mit 15cm Durchmesser buttern und mehlen. Butter und Zucker etwa 3 Minuten schaumig schlagen. Milch und Vanille dazugeben und glatt rühren. Mehl und Backpulver mischen und mit dem Eiweiß zum Teig geben. Kurz verrühren, Kekse dazugeben und kurz untermengen. Teig auf die beiden Formen verteilen und gemeinsam ca. 25 Minuten backen, bis beim Stäbchentest kein Teig mehr kleben bleibt. 10 Minuten abkühlen lassen, dann auf ein Kuchengitter stürzen und ganz auskühlen lassen. 

Für den Schokoladenboden:
25 gr Butter
90 gr Mehl
20 gr Kakaopulver
1/2 Teel. Backpulver
1/2 Teel. Natron
100 gr Zucker
1 Ei
75 ml Milch
50 ml kochendes Wasser

Backofen auf 175 Grad OberUnterhitze vorheizen. Eine Backform mit 15cm Durchmesser buttern und mehlen. Butter schmelzen und abkühlen lassen. Mehl, Kakao, Backpulver und Natron in eine große Schüssel sieben. Zucker, Ei, Milch und Wasser sowie die Butter dazufügen und kurz zu einem glatten Teig verrühren. Den Teig in die Form füllen und ca. 30 Minuten backen, bis beim Stäbchentest kein Teig mehr kleben bleibt. Auskühlen lassen.

Für die Füllung:
300 gr Frischkäse, Vollfettstufe
120 gr Puderzucker
300 ml Sahne
6 Oreo-Kekse

Frischkäse und gesiebten Puderzucker kurz verrühren. Sahne steif schlagen und unter die Frischkäsecreme heben. Kekse groß zerstoßen und mit einem Drittel der Creme verrühren. Die Keks-Creme wird die Füllung und die restlichen Creme wird zum Einstreichen benötigt. Falls die Masse zu weich erscheint, im Kühlschrank fester werden lassen. 

Zusammenbau: 
Einen der hellen Teigböden mit der Backoberseite nach oben auf einen Tortenteller legen. Mit der Hälfte der Keks-Creme bestreichen. Den Schokoboden auflegen und mit der restlichen Kekscreme bestreichen. Den letzten Boden mit der Backoberseite nach UNTEN auflegen (so hat man später eine bessere Außenkante). Die restliche Frischkäsecreme gleichmäßig auf der gesamten Torte verstreichen, das gelingt am besten mit einem Drehteller und einer Teigkarte.

Für die Swiss Merengue:
  2 große Eiweiß
80 gr Zucker
100 gr weiche Butter
1 Teel. Vanillezucker
3 verschiedene Lebensmittel-Pastenfarben

Eiweiß und Zucker in einer hitzebeständigen Schüssel über einem köchelnden Wasserbad unter ständigem Rühren mit einem Schneebesen auf etwa 65 Grad erhitzen.
Die Schüssel vom Wasserbad nehmen und mit der Küchenmaschine schlagen, bis die Masse abgekühlt ist. Das kann bis zu 10 Minuten dauern. Die Masse sollte nicht wärmer als die Butter sein, da diese sonst schmelzen kann.
Nach und nach die weiche Butter stückchenweise einarbeiten. Wenn die gesamte Butter eingearbeitet ist, weitere 3-5 Minuten schlagen. Durch die Zugabe der Butter fällt der Eischnee zuerst wieder etwas zusammen und nach einiger Zeit wird die Creme wieder fest und hat eine perfekte Konstistenz. Vanillezucker dazugeben und verrühren. In einen Spritzbeutel mit Sterntülle füllen.

Die Creme gleichmäßig auf 3 Schälchen verteilen Die 3 Portionen dann mit Pastenfarben nach Wunsch einfärben. Jetzt ein Stück Frischhaltefolie (ca 40-50cm lang) glatt ausbreiten und eine der Cremes mittig der Länge nach darauf verteilen. Es sollte dabei ein ca 2-3cm dicker und ca 30-40cm langer Cremestreifen aufgetragen werden. Darauf achten, dass die Creme an einem der beiden Enden etwas trichterförmig zusammenläuft. So kann man die ‚Folienwurst’ später besser in den Spritzbeutel einsetzen. Nun die eine Hälfte der Frischhaltefolie hochklappen und die andere Hälfte wiederum schräg darüberklappen, damit ein spitz zulaufender 30cm langer Schlauch entsteht. Nun die an der Spitze überstehende Folie abschneiden.
Anschließend mit den anderen beiden Cremes ebenso verfahren.
Als Nächstes eine Sterntülle in einen Spritzbeutel geben. Die drei Cremebeutel vorsichtig in den Spritzbeutel gleiten lassen. Falls die Cremebeutel nicht ganz hineinpassen sollten, vorsichtig auf die einzelnen Cremebeutel drücken um die Form etwas anzupassen.

Für die Dekoration:
10 Oreo-Kekse
Horn, Augen und Ohren aus Fondant

Kekse im Mixer fein zerbröseln. Zunächst die Torten-Oberseite mit den Keksen bestreuen, anschließend die Brösel an den Seiten anbringen, das erfordert etwas Geduld. Zuerst die Brösel mit der Hand anbringen und dann mit der Teigkarte festdrücken. Nicht streichen, sonst streicht man die Brösel wieder weg. 
Mit Ohren, Horn und Augen dekorieren.

Zum Schluss mit der Swiss Merengue Creme kleine Swirls und Tupfer auf die Einhorn-Torte spritzen. Sollte von einer Farbe zuviel aus dem Spritzbeutel kommen, einfach mit sachtem Druck auf die anderen Farbbeutel das Gleichgewicht wieder herstellen. 

 

Falls es dich nun nach diesem ganzen Text noch interessierst ;), warum es denn so lange gedauert hat, bis ich diesen Beitrag geschrieben habe: 

Die letzten drei Monate waren wegen unserem großen Umzug recht stressig bei mir. Meinen letzten Arbeitstag im Hotel hatte ich zwar bereits Mitte April, aber danach hatte ich noch 7 Backkurse zu leiten, davon ein Privatkurs in Südtirol. Danach/dazwischen wollte der Umzug vorbereitet werden, Keller ausmisten, packen, Abschiedsparty feiern, packen, alles für die Auswanderung vorbereiten und dann zur Abwechslung noch mehr packen. Vor knapp 2 Wochen war es dann soweit und unser Umzug von München nach Wien stand an. 
Mein Mann und ich haben uns nach langer Überlegung für einen Umzugsservice entschieden, was sich im Nachhinein als sehr gute Idee herausgestellt hat. Nachdem die drei Herren um 7:30 Uhr morgens starteten, war um 18 Uhr alles in der neuen Wohnung - inkl. 6stündiger Fahrt nach Wien.
Die folgenden 2 Tage hängten wir uns auch nochmal richtig rein und rund 48 Stunden nach dem Einzug sah unsere Wohnung aus wie eine richtige Wohnung. <3 
Ich liebe unsere neue Altbauwohnung jetzt schon total, in München haben wir immer nur in 60er Jahre Häusern gewohnt. 


Die letzten Tage haben wir nun damit verbracht, einige Behördengänge zu erledigen und die Stadt erstmal etwas kennenzulernen. Wien macht es uns aber auch wirklich einfach, seit wir hier sind, hat es vielleicht 2x kurz geregnet und ansonsten hatte es durchgehend 23-30 Grad und Sonne satt. 
Ich freue mich schon auf die kommenden Wochen, um Wien so richtig kennenzulernen und dann ab Herbst auch hier meine Kurse zu geben. 
Alle Infos zu meinen Wiener Kursen findet ihr übrigens hier: www.mybackkurs.at
Ich werde auch weiterhin in München Backkurse geben, hier findet ihr alle Termine weiterhin auf www.mybackkurs.de

Liebe Grüße
Dagi




Freitag, 26. Mai 2017

NoBake Banoffee Pie - so schnell vernascht wie hergestellt

Generell probiert doch jeder gerne aufwendigere Rezepte aus, aber gleichzeitig freuen wir uns doch alle, wenn wir zur Abwechselung auch mal ein ganz schnelles Rezept zur Hand haben. Aus dieser "Kategorie" habe ich heute etwas für euch:

Einen superleckeren Banoffee Pie, der noch dazu fast genauso schnell vernascht wie hergestellt ist. :D


Das Rezept ist von Alexandra vom Blog Wiener Süß, den ich letztens entdeckt hatte, als ich nach süßen Blogs in meiner neuen Heimat Wien (in 10 Tagen ist der Umzug, uiuiui) gestöbert hatte.
Diese Kuchen klang so verführerisch, dass ich ihn unmittelbar nach Entdeckung testbacken wollte, wobei, gebacken wird hier genaugenommen gar nichts. ;)

Als Boden fungiert ein Krümelboden aus Keksen mit etwas Butter, darauf kommt eine Schicht Karamell, darauf wiederum Bananen und geschlagene Sahne und als i-Tüpferl noch etwas geriebene Schokolade.
Ich nützte die Gelegenheit, dass ein guter Kumpel Geburtstag feierte und brachte den Banoffee Pie mit zur Feier im Biergarten (in bayrischen Biergärten darf man sein Essen selbst mitbringen - nur die Getränke müssen immer vor Ort gekauft werden). Nachdem ich den Kuchen angeschnitten und selbst getestet hatte, wurde er so schnell weniger, dass ich dem Geburtstagskind noch ganz schnell ein Stück zurücklegen musste - sonst hätte er überhaupt nichts davon abgekommen.
Und dafür dass ich eigentlich gar kein Fan von Bananenkuchen bin, hat dieser Kuchen sogar mir extrem gut geschmeckt.
Ach ja, der einzige Zeitkiller bei diesem Rezept ist das Karamell. Milchmädchen-Karamell ist zwar supereinfach, aber dafür dauert es eben seine Zeit. Das Gute daran ist: man kann es prima auf Vorrat produzieren. Dafür einfach mehrere Dosen auf einmal kochen und schon hat man Karamell für die nächsten Monate.


Hier nun das Rezept für euch (von Wiener Süß):

Banoffee-Pie mit Milchmädchen-Karamell
(für eine 26cm Form)
400 gr Dose gezuckerte Kondensmilch (Milchmädchen)
250 gr Haferkekse
100 gr Butter
3-4 große Bananen (circa 550g mit Schale)
250 gr Schlagsahne
1 Pck. Vanillezucker
50 gr Zartbitterschokolade 

Das Papier der Milchmädchen-Dose entfernen (das löst sich beim Kochen und klebt später am Topf fest) und in einen Topf stellen. Man kann auch gleich mehrere Dosen machen, ich habe direkt 3 Dosen auf einmal zu Karamell verarbeitet. Mit Wasser auffüllen, so dass die Dosen komplett bedeckt sind. Zum Kochen bringen, herunterschalten und 2,5-3 Stunden (je länger man kocht, desto dunkler und dicker wird das Karamell) mit Deckel köcheln lassen. Dabei immer wieder nachsehen, dass noch genügend Wasser im Topf ist. Komplett auskühlen lassen, bevor man die Dose öffnet.
Eine 26cm Springform am Boden mit Backpapier auskleiden, dafür eine Lage Backpapier in den Springformrand einklemmen und das überschüssige Papier vorsichtig abreißen. Die Haferkekse in einen Gefrierbeutel geben, verschließen und mit einem Fleischhammer o.ä. so lange daraufklopfen, bis nur noch Brösel enthalten sind. Butter schmelzen und mit den Bröseln vermischen. In die Springform geben und gleichmäßig festdrücken - das geht am besten mit einem Glas. Der Keksboden soll gut zusammenhalten, aber nicht so komprimiert sein, dass er sich nicht mehr schneiden lässt. Form für 10 Minuten in den Tiefkühler oder für 30 Minuten in den Kühlschrank geben- der Boden soll fest sein, damit sich die Karamellschicht gleich gut darauf verteilen lässt.
In der Zwischenzeit die Schokolade mit einer groben Reibe rapseln.
Das Karamell gleichmäßig auf den Krümelboden streichen. Die Bananen in ca. 1cm dicke Scheiben schneiden und den Kuchen damit belegen.  Sahne und Vanillezucker steif schlagen und auf die Bananen streichen. Mit den Schokoladenraspeln bestreuen und für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank stellen. Ihr könnt den Kuchen natürlich auch sofort anschneiden, allerdings lässt sich der Kuchen dann noch nicht 100%ig glatt aus der Form lösen und sieht dann nicht so hübsch aus.
Ich habe den Banoffee Pie am Vorabend gemacht und dann über Nacht im Kühlschrank stehen lassen - so war es perfekt.

Im Vorfeld war ich unsicher, ob ich meinen kühlbaren Torten-Transporter nehmen soll, damit der Kuchen gekühlt wird. Diese Sorge war aber absolut unbegründet, da der Kuchen nur vielleicht 30 Minuten da stand, bevor er komplett aufgefuttert war. :D

Falls ihr diesen Pie nun auch sofort nachmachen möchtet, schreibt mir gerne, wie ihr die Torte fandet.

Dagi <3

Freitag, 19. Mai 2017

Fingerfood: Spinat-Frischkäse-Rolle mit Lachs

Heute gibt es mal wieder was aus meiner neuen Blog-Kategorie "Fingerfood". 
Wenn ihr am Wochenende auf einer Feier eingeladen seid und dorthin etwas Fingerfood mitbringen oder einfach was zum Grillabend bei Freunden beisteuern möchtet: Mit dieser Spinat-Lachs-Rolle habt ihr etwas suuuuperleckeres dabei, was noch dazu denkbar einfach UND vor allem schnell herzustellen ist. Die einzige Wartezeit ist das Auskühlen der Spinat-Ei-Masse, bevor man sie mit Frischkäse und Lachs zu einer extrem leckeren Rolle rollt. 
Wenn ihr -so wie ich- überhaupt nicht kochen könnt - macht nichts, dafür braucht ihr wirklich keine Kochkenntnisse. ;)
Die angegebene Menge reicht für ein normales Backblech und daraus bekommt ihr dann ca. 18-19 Stücke geschnitten. Ihr könnt die Menge natürlich auch einfach halbieren. 
Ich hatte die Rolle letztens für einen meiner Backkurse in München (www.mybackkurs.de) mitgebracht. Deshalb gibt es leider auch nur ein Handyfoto. ;)

Ich selbst bin dieses Wochenende übrigens nicht bei Freunden. Bei meinem Mann und mir beginnt nämlich langsam wirklich die richtig heiße Phase unseres Umzugs. In nur 2,5 Wochen ist es tatsächlich soweit und wir verlassen unsere Heimatstadt München und ziehen nach Wien. Heute nachmittag wollen wir uns mal den Keller vornehmen und ausmisten. Dagegen ist normales Umzugskisten packen ein Kinderspiel. ;
Trotz der vielen Arbeit freue ich mich schon wie ein Schnitzel auf unseren Umzug, auf eine neue Stadt, ein neues Land und viele neue Leute. 
Ab September 2017 könnt ihr meine Torten- und Cupcake Kurse dann, zusätzlich zu den Kursen in München (weiter wie gewohnt unter mybackkurs.de), auch im schönen Wien besuchen. (www.mybackkurs.at) <3 <3 <3 
Vielleicht habt ihr ja Glück und ich bringe als Mittagsschmankerl mal wieder eine Spinat-Frischkäse-Rolle mit Lachs mit, wer weiß. :D

Hier nun das Rezept für euch:

 
Spinatrolle mit Räucherlachs

500 gr Spinat (TK)
4 Eier M
Salz, Pfeffer, Muskat
150 gr geriebener Käse (z.B. Gouda, mittelalt)
400 gr Kräuterfrischkäse
350 gr Räucherlachs


Den Spinat auftauen lassen.
Den Ofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen und ein Backblech mit Backpapier belegen.
Den aufgetauten Spinat mit den Eiern, Salz,  Pfeffer und Muskat vermischen und abschmecken. Spinatmasse auf dem Backpapier gleichmäßig verteilen. Geriebenen Käse darauf verteilen.
20 Minuten backen, auskühlen lassen.

Wenn die Masse kalt ist, den Kräuterfrischkäse darauf streichen und anschließend mit Räucherlachs belegen. Die Platte zusammenrollen, in Frischhaltefolie einwickeln und über Nacht im Kühlschrank lagern. Vor dem servieren in ca 1 - 1,5 cm dicke Scheiben schneiden und ggf. jede Scheibe mit einem Fingerfood-Stecker durchstechen.

Freitag, 12. Mai 2017

3D Torte Bär inkl. Rezept und Tutorial

Vor einigen Tagen war es mal wieder soweit: Mein kleiner Lieblingsneffe Paul wurde 3 Jahre alt. Wer meinen Blog schon etwas länger kennt, wird evt. die Winnie Pooh im Baumhaus-Torte zu seinem 1. Geburtstag und die Feuerwehrtorte inkl. Leiter und Feuerwehrmann zu seinem 2. Geburtstag gesehen haben. In diesem Jahr sollte es Pauls Lieblingsteddy in Tortenform sein.
Im Gegensatz zu meinen letzten 3D-Torten hat der 3D Teddy relativ wenig Fondant und ist umhüllt von einem Fell aus Swiss Merengue. 



 Da die Feuerwehrtorte vom letzten Jahr geschmacklich sehr gut ankam, machte ich denselben Torteninhalt:
Vanilleteig mit Vanillepuddingcreme und etwas Himbeerkonfitüre. Im Vorfeld war ich etwas unsicher, ob diese doch recht weiche Creme eine gute Idee für eine hohe 3D-Torte ist, weil man bei solchen Torten eigentlich lieber eine feste Creme wie Ganache zum Füllen nehmen sollte. Da mir der Geschmack einer Torte aber immernoch wichtiger als das Aussehen ist (was bringt die schönste Torte, wenn sie total trocken ist), ging ich dieses Risiko ein. Und? Nachdem ich den Kuchen gefüllt hatte und eine Nacht im Kühlschrank ruhen ließ, war er fest genug, um ihn in Bärchenform zu schneiden. Puuhh Glück gehabt.

Mein Tortenbär mit dem Original aus Plüsch.




Aus den heruntergeschnittenen Kuchen-und-Creme-Resten formte ich später die Beine und für die Arme rührte ich etwas Ricecrispie-Masse an. Man kann natürlich auch Arme UND Beine aus Ricecrispies machen, aber so konnte ich sehr gut die Reste verwenden.
Das Fell ist übrigens handgespritzt mit einer braun gefärbten Swiss Merengue-Buttercreme. Aus Fondant sind bei dieser Torte nur die Schnauze, Fußsohlen, Shirt, Augen und die Ohren. 

 


Dafür dass ich außer ein paar Youtube-Videos keine exakte Anleitung oder gar ein Rezept für meine Torte hatte und alles auf gut Glück bastelte (Den Teig musste ich zweimal backen, da es beim 1. Versuch viel zuwenig Teig war.), lief die ganze Zubereitung ungewöhnlich glatt:

 Backen - füllen - schnitzen - ganachieren - Creme aufspritzen - merken, dass man zuwenig Creme angerührt hat und auch keine weitere Creme machen kann, weil man seine komplette braune Pastenfarbe in diesen Bären gepackt hat - spontan beschließen, dass der Bär ein Shirt bekommt - Shirt anbringen - weiter spritzen - weiter spritzen - denken man wird niemals fertig und dann doch irgendwann fertig werden. 





Soweit so gut. Die einzigen Probleme hatte ich mit den Armen. Ich brachte dort zuerst die Fell-Creme an und wollte sie dann mithilfe von Zahnstochern am Körper befestigen, aber die Arme wollten einfach nicht halten. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, dass es nicht besonders hilfreich ist, wenn man den Bärenarm nur am Shirt festhalten kann, um die frisch aufgetragene "Fellcreme" nicht zu verschmieren. Nachdem ich schon einige Zahnstocher verschwendet hatte, gab ich auf und stellte einfach etwas zum Stabilisieren unter den Arm. Das war dann zufällig einer der Cupcakes, die ich als Extra-Deko für die Bärentorte gemacht hatte. Beim anderen Arm tat sich dann genau dasselbe Problem auf, also bekam er bei der anderen Seite ebenfalls einen der Cupcakes als Stütze. Mein Teddy ist eben ein kleiner Tollpatsch.

Pauls Lieblingsteddy ist von der Firma Steiff und hat dementsprechend einen Steiff-Knopf im Ohr. Deshalb musste natürlich auch so ein Anhänger an die Torte. Der Anhänger ist aus gelber Blütenpaste und handbeschrieben mit roter Pulverfarbe (mit etwas Alkohol angerührt) und einem sehr dünnen Pinsel.




Und wie findet ihr meine 3D-Teddy-Torte? Ich finde sie eigentlich ganz gelungen, allerdings kann ich glaube ich nie wieder eine Torte mit Gesicht machen. Das Anschneiden war nämlich sehr sehr schlimm für mich. Ich bin ja kein Vegetarier, aber dem armen kleinen Bären hinterrücks in den Kopf zu schneiden fand ich dann doch ziemlich fies. Aber dafür war er wirklich ziemlich lecker. :D

Der kleine Kerl hat insgesamt übrigens 4,66 kg gewogen. Die Höhe habe ich vergessen nachzumessen, aber das Cakeboard hatte 30cm, also müsste der Bär ca. 35cm hoch gewesen sein.


 


Wenn ihr jetzt auch gerne so eine Torte für den nächsten Kindergeburtstag backen möchtet, hier ist mein Rezept und eine Anleitung:

3D Torte Teddybär 
mit Vanille-Himbeer-Füllung

Backplan:
Tag 1: Böden backen, Pudding kochen
Tag 2: Puddingcreme zubereiten, Torte füllen, Ganache anrühren
Tag 3: Torte schnitzen und ganachieren, Swiss Merengue zubereiten, aufspritzen (Achtung, das dauert recht lange) und aus Fondant Ohren, Hand- und Fußflächen, Schnauze und Augen basteln und anbringen (an Tag 3 war ich von 10-22 Uhr fast durchgehend damit beschäftigt)

Zubehör:
Kapaplatte, Holzstab (sollte so groß wie die Torte hoch sein), Drehplatte, Spritzbeutel, "Grastülle" Nr. 233, Glätter, Zahnstocher, 2x 15cm Backformen, 1x 12,5cm Backform, Zucker- oder Bratenthermometer
Etwas Fondant, braune Pastenfarbe für den Bären plus bunten Fondant

Für den "Victoria sponge"
(Vanille-Rührteig)
 400g Butter
400g feinster Zucker
2 Pck. Vanillezucker
1/2 Teel. Salz
8 Eier, Größe M
400g Mehl
1 Pck. Backpulver
150 ml Milch

Den Ofen auf 180 Grad OberUnterhitze vorheizen. Eine 12,5cm und zwei 15cm große Backformen buttern und am Boden mit Backpapier auslegen.
Butter und Zucker schaumig schlagen. Die Eier einzeln dazugeben und immer gut verrühren. Falls die Masse gerinnt, 1-2 Essl. des Mehls dazugeben. Mehl und Backpulver dazugeben und kurz verrühren. Zum Schluss die Milch dazugießen und kurz verrühren. Die Formen zu 2/3 mit dem Teig füllen, glatt streichen und ca 45-50 Minuten backen, bis beim Stäbchentest kein Teig mehr kleben bleibt. Auskühlen lassen und am besten 1 Tag ruhen lassen, damit sich der Boden besser schneiden lässt.

Für die weiße Ganache: 
600 gr weiße Schokolade 
 200 gr Sahne

Schokolade in Stücke brechen und in der Mikrowelle schmelzen. Sahne zum Kochen bringen. Schokolade zur Sahne geben und solange rühren, bis keine Stücke mehr enthalten sind. Auskühlen lassen.

Vanillepuddingcreme
760 ml Milch
  2 Pck. Vanille-Puddingpulver
100 gr Zucker
260 gr weiche Butter

ca 150 gr Konfitüre nach Wahl

Aus Milch, Puddingpulver und Zucker nach Packungsanweisung einen Pudding zubereiten, in eine Schüssel füllen, mit Folie direkt auf dem Pudding abdecken und komplett auskühlen lassen, am besten über Nacht.
Die Butter schaumig rühren und den abgekühlten Pudding löffelweise unterrühren.

Zusammenbau:
Die Böden jeweils 2-3x waagerecht durchschneiden. Um den ersten Boden einen Tortenring in derselben Größe legen. Die Puddingcreme in einen Spritzbeutel mit Lochtülle geben und auf den 1. Boden spritzen.  Die Konfitüre (ich habe Himbeere ohne Kerne genommen) in einen Spritzbeutel mit sehr kleiner Lochtülle geben oder ein ca 3-4mm großes Loch in den Spritzbeutel schneiden. Die Konfitüre in einem Swirl auf die Creme spritzen und den nächsten Boden auflegen. Festdrücken und mit den weiteren Böden ebenso verfahren.

Wenn die Hälfte der Böden zusammengesetzt sind, 4 dicke Strohhalme in die Torte stecken und so abschneiden, dass sie mit den Böden abschneiden.
Eine zugeschnittene Kapaplatte (sie sollte ca 1-2 cm kleiner als die Böden sein und ein Loch in der Mitte haben) auf die Torte auflegen, die Platte sollte dann quasi direkt auf den Strohhalmen liegen. So wird ein späteres Einsacken verhindert. Einen Holzstab (aus dem Baumarkt) durch das Loch in der Kapaplatte stecken und die weiteren Böden werden dann auf den Stab "aufgespießt". Durch den Stab soll ein verrutschen verhindert werden.


Nun mit den anderen Böden ebenso verfahren und die Torte über Nacht kalt stellen, damit die Creme fest wird. Die Creme zieht ein wenig in den Boden ein, macht das Ganze noch saftiger und lässt sich am nächsten Tag recht gut schneiden.
Am nächsten Tag mit einem kleinen, scharfen Gemüsemesser die Torte in Bärenform bringen. Dafür muss zuerst die obere kleine Torte zu einem runden Kopf geschnitzt werden und bei der unteren, größeren Böden -die den Körper darstellen- die Schultern abgerundet werden. Die Teig- und Cremereste, die dabei runterfallen, bitte aufheben, daraus werden später die Beine geformt. 



Wenn die Torte in Form geschnitzt ist, einen Teil der Ganache kurz aufschlagen, bis sie streichfest ist. Nun wird die Torte rundherum mit Ganache eingestreichen, so wird der Kuchen versiegelt.
Ein Cakeboard mit Fondant eindecken. An der Stelle, wo die Torte stehen soll, etwas Ganache als Kleber auftragen und die Torte daraufsetzen.
Aus Kuchenresten nun zwei Ohren ausstechen oder schneiden und mit zwei Zahnstochern am Kopf befestigen.



Die abgeschnittenen Kuchen- und Cremereste mit den Händen verkneten, bis man eine weiche Masse hat. Daraus zwei gleich große Beine formen und an die Torte anlegen. Torte kühl stellen, damit die Beinmasse fest werden kann.

Rise-Crispies:
100 gr Marshmallows
25 gr Butter
80 gr Choco-Cripies

Marshmallows und Butter in eine Schüssel geben. Einen Esslöffel mit Palmin bestreichen (sonst klebt später alles am Löffel). Die Schüssel in die Mikrowelle geben und beobachten. Wenn die Marshmallows ca. doppelt so groß werden, sind sie fertig. Herausholen, die Choco-Crispies dazugeben und schnell mit dem Löffel vermengen.
Die Masse muss nun direkt weiterverarbeitet werden, da sie bald fest werd. Ein Stück Frischhaltefolie mit Palmin einreiben. Die Hälfte der Masse abtrennen, auf die Frischhaltefolie geben, einschlagen und zu einem Arm formen. Dabei sollte die Masse auch etwas gedrückt und komprimiert werden.  Wenn die gewünschte Form erreicht ist, am Bär anlegen und die Form geg. noch etwas korrigieren. Den zweiten Arm genauso herstellen.

Anschließend aus Fondant Fußsohlen und Ohren sowie das Shirt herstellen.
Ich hatte zuerst mit dem Spritzen des Felles angefangen und als ich einen Teil fertig hatte, musste ich feststellen, dass die Creme wohl nicht für die ganze Torte reicht. Da ich aber meine komplette braune Pastenfarbe gerade aufgebraucht hatte, MUSSTE meine Creme reichen. Deshalb beschloss ich spontan, dass mein Bär noch ein Shirt bekommt.


Bärchen mit Brustfell / Prinzessin Leia-Bärchen

Swiss Merengue:
350 gr Eiweiß (ca. 10 Eier L)
400 gr Zucker
2 Pck. Vanillezucker
500 gr Butter 
etwas Pastenfarbe nach Wahl

Eiweiß und Zucker in einer hitzebeständigen Schüssel über einem leicht köchelnden Wasserbad unter ständigem Rühren mit einem Schneebesen auf etwa 65 Grad erhitzen, bite die Zuckerkristalle geschmolzen sind.
Die Schüssel vom Wasserbad nehmen und mit der Küchenmaschine zu einem lockeren Eischnee aufschlagen. Weiterschlagen, bis die Masse abgekühlt ist. Das kann bis zu 10-15 Minuten dauern. Die Masse sollte nicht wärmer als die Butter sein, da diese sonst schmelzen kann.
Nach und nach die weiche Butter stückchenweise einarbeiten. Wenn die gesamte Butter eingearbeitet ist, weitere 3-5 Minuten schlagen. Durch die Zugabe der Butter fällt der Eischnee zuerst wieder etwas zusammen und nach einiger Zeit wird die Creme wieder fest und hat eine perfekte Konstistenz. Vanillezucker und Farbe dazugeben und verrühren.
Gelegentlich kann es passieren, dass die Swiss Merengue gerinnt. Falls das passieren sollte, einfach die Schüssel auf ein warmes Wasserbad setzen und mit einem Schneebesen schnell durchrühren - nach 2 Minuten sollte man wieder eine homogene Masse haben.

Die Creme mit Pastenfarbe einfärben und einen Teil der Creme in einen Spritzbeutel mit einer Grastülle (Nr. 233) geben. Nun die Creme aufspritzen, das erfordert etwas Übung. Ich habe immer angesetzt - gedrückt - schnell weggezogen. Das war am Anfang etwas schwierig, wurde aber immer besser. Also am besten am Rücken anfangen und nicht am Gesicht - so kann man noch etwas üben.

Bevor das Gesicht gespritzt wird, aus Fondant eine Schnauze formen und mit Zahnstochern am Kopf befestigen. Nun dem Bären sein komplettes Fell aufspritzen und zum Schluss zwei Augen auf die Creme setzen. 

Bis hierher ging alles gut....

Beim letzten Arbeitsschritt -den Armen- habe ich leider keine Fotos mehr gemacht, weil ich stattdessen die ganze Zeit geflucht habe.
Die Arme aus Ricecrispies umhüllte ich zuerst mit etwas Ganache, um einen ebeneren Untergrund zu erhalten und stellte sie in den Kühlschrank zum festwerden. Anschließend umhüllte ich die Oberarme mit weißen Fondant und blauen Bändchen. Nun konnten die Arme ebenfalls mit Creme bespritzt/befellt werden und mithilfe von einigen Zahnstochern und etwas Lebensmittelkleber an der Schulter befestigt werden.
Wenn die Arme bei euch auch nicht halten, einfach etwas darunterstellen. ;)

Mein Bär hat nach Fertigstellung noch eine Nacht im Kühlschrank verbracht und am nächsten Tag haben wir das Geburtstagskind besucht und alle zusammen meinen armen und doch leckeren Bären gegessen. Wenn ihr diese Torte nachbacken möchtet, würde ich euch empfehlen, den Kuchen rund 1-2 Stunden vor Verzehr aus dem Kühlschrank zu holen, damit er auf Raumtemperatur kommen kann.
Außerdem solltet ihr für den 3. Tag WIRKLICH viel Zeit einplanen, ich war nur am 3. Tag insgesamt rund 10-12 Stunden beschäftigt.

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