Mittwoch, 25. Juli 2018

Kaugummi-Himbeer-Törtchen mit Mirrorglaze und Buchvorstellung "fruchtig süß"

Vor ein paar Tagen testete ich mal wieder ein neues Rezept, was schon seit rund zwei Jahren auf meiner berühmt-berüchtigten "to back Liste" steht:

"Bazooka-Torte mit Himbeeren" aus dem Buch "fruchtig süß"



Zuerst möchte ich euch aber noch kurz das Buch vorstellen aus dem dieses Rezept stammt.
'Fruchtig süß' ist ein Profi-Backbuch, geschrieben von Kris Goegebeur, Patissier aus Belgien.
Es ist unterteilt in 8 Kapitel, in denen jeweils auf Äpfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen, Pfirsiche/Aprikosen/Nektarinen, Rote Früchte, Beeren und Rhabarber eingegangen wird.
Das Buch richtet sich wie gesagt eher an Profis als an Hobbybäcker, aber auch ambitionierte Semiprofis können hier auf ihre Kosten kommen. In jedem der Kapitel gibt es Rezepte für Kuchen, Torten, Desserteller und in verschiedenen Kapiteln sind auch Rezepte für Macarons, Cupcakes, Törtchen, Tartes oder Eistorten zu finden.


Unter anderem gibt es Rezepte für:

- Spekulatius-Torte mit Spekulatiusbiskuit, Kirschkompott, Joghurtmousse und Bayerische Spekulatiuscreme
- Johannisbeer-Torte mit Honigcreme, Johannisbeercreme und Schokobiskuit
- Pistazienkuchen mit weißen Walderdbeeren und Möhrenblumen
- Nektarinenkuchen mit Joghurt-Clafoutis, Zitronen-Macaron und Erdbeerkonfitüre



Ihr seht, es sind eher ungewöhnliche Rezepte, die dieses Backbuch auszeichnen. Das liegt auch daran, dass Kris Goegebeur sich dem "Foodpairing" verschrieben hat. Dabei geht es um die ideale Kombination aus verschiedenen Aromen. Zu jedem Kapitel gibt es einen Foodpairing-Baum, bei dem eine Frucht im Mittelpunkt steht. Jeder Zweig stellt eine Kategorie dar, wie zum Beispiel Milchprodukte, Kräuter/Gewürze, Fleisch, Pflanzen. So sieht man auf einen Blick, was zu der 'Kapitel-Frucht' ideal passt.


Da es sich bei 'fruchtig süß' um ein Profi-Buch handelt, sind die Anleitungen an sich eher knapp gehalten und es wird ein gewisses Backwissen vorausgesetzt. Leider sind manche Rezepte auch nicht ganz eindeutig klar beschrieben oder übersetzt (oder mir fehlt da gewisses Profiwissen?).

Für die Bazooka-Kaugummi-Torte z.B. wird ein Biskuit mit 13 (!) Eiern beschrieben.

Da mir diese Masse für eine einzige Torte (für 6 PERSONEN! Ich nehme tatsächlich an, das ist ein Übersetzungsfehler und sie meinten 6 PORTIONEN, also 6 kleine Torten. Wobei selbst das nicht ganz aufgehen kann) doch etwas arg viel vorkam, habe ich die Menge einfach halbiert.
Die Menge der Kaugummicreme habe ich ebenfalls halbiert, bei der Himbeermousse habe ich das halbieren vergessen. :D Das hat dann aber hintenraus insgesamt genau gepasst.
Die halbe Biskuitmenge wiederum hat genau für ein Blech gereicht, die Kaugummicreme und Himbeermousse haben für insgesamt 18 Mini-Törtchen gereicht.

Mein 1. Gedanke (und auch der meiner Testesser) war nach dem 1. Bissen: Das schmeckt ja wie Bumbum-Eis! <3
 Kennt ihr noch dieses Steckerleis, das wir als Kinder wahrscheinlich alle gern gegessen haben, weil es superlecker war und als Stiel einen Kaugummi hatte?
Ein echt ungewöhnlicher Geschmack für ein Törtchen, aber wirklich unheimlich lecker!

Kleiner Hinweis am Rande: Ich habe für dieses Buch normal bezahlt und auch von keiner anderen Firma etwas für diesen Beitrag bekommen.

Dieses Rezept ist eigentlich für eine (oder 6? :D ) 24cm Torten, genau weiß ich das leider immernoch nicht :D aber da ich endlich mal meine neuen Törtchen-Formen ausprobieren wollte und auch generell mit der Menge so unabhängiger war, entschied ich mich eben für kleine Törtchen.
Beim Guss habe ich dann nicht das Rezept vom Buch genutzt, sondern ein klassisches Mirror-Glaze-Rezept.
Ich schreibe euch nun das Rezept so auf, wie ich selbst es verwendet habe.
Im Buch wird ein Quark aus 3 Liter Milch, Buttermilch und Essig selbstgemacht, diesen Schritt habe ich vereinfacht und normalen Quark aus dem Supermarkt verwendet.

Ihr benötigt außer dem üblichen Back-Equipment noch: Mini-Silikonformen mit ca 4cm Durchmesser, Törtchen-Silikonformen mit rund 8cm Durchmesser, Ausstecher (oder Gläser) mit ca 6cm Durchmesser, Spritzbeutel mit Lochtülle und ein Thermometer.


Kaugummi-Himbeer-Törtchen mit Mirrorglaze
für ca. 18 Stück
Für den Nuss-Kokos-Biskuit:
6 Eier L
140 gr Zucker
25 gr ganze Haselnüsse
95 gr Mehl
225 gr Quark
90 gr Kokosraspeln

Backofen auf 190 Grad OberUnterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen. 
Eier und Zucker rund 5 Minuten schaumig aufschlagen. Haselnüsse in dünne Scheiben schneiden und mit dem Mehl, Quark und Kokosraspeln in einer seperaten Schüssel vermischen, dann behutsam mit einem Schneebesen unter den Eierschaum ziehen. Teig auf das Backblech geben und zügig glatt streichen. In ca. 20 Minuten goldgelb backen. 10 Minuten auskühlen lassen, dann ein weiteres Backpapier auflegen, alles zusammen umdrehen und das mitgebackene Backpapier abziehen. Komplett auskühlen lassen und mit einem Ausstecher kleine Biskuit-Taler ausstechen, die etwas kleiner als die Törtchen-Formen sind. 

Für die Bazooka-Kaugummi-Creme:
25 gr Bazooka-Kaugummi
100 ml Milch
30 gr Eigelb 
20 gr Zucker
1,5 Blatt Gelatine 
75 gr Sahne

Kaugummi in der Milch simmern lassen (ich habe dafür die Kaugummi-Milch in einen kleinen Topf gegeben und diesen in einen größeren Topf mit kochendem Wasser gegeben, so brennt nichts an), bis er sich vollständig aufgelöst hat (das dauert einige Zeit und ich habe zum Schluss die letzten paar Kaugummi-Stückchen entfernt, weil diese sich nicht auflösen wollten). 
Eigelbe mit dem Zucker in einer seperaten Schüssel verrühren und in die simmernde Milch gießen. Auf 86 Grad erhitzen, bis die Masse eindickt. Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Auf 40 Grad abkühlen lassen, dann die ausgedrückte Gelatine einrühren. Falls sie sich nicht auflöst, noch einmal kurz erhitzen. Abkühlen lassen. Sahne 3/4 steif schlagen und unter die Kaugummicreme heben. Fest werden lassen und dann zu einer glatten, cremigen Konsistenz aufschlagen. Die Creme in einen Spritzbeutel mit Lochtülle füllen und in die 4cm Silikonförmchen füllen. Tiefkühlen, für die Weiterverarbeitung muss die Creme durchgefroren sein. 

Für die Himbeer-Mousse:
3 Blätter Gelatine
500 ml Sahne
50 gr Zucker
100ml Kokosmilch
300 gr fein pürierte Himberen
(ich habe 500 gr TK-Himbeeren genommen und sie nach dem Auftauen und Pürieren 
durch ein Sieb passiert, um die Kerne zu entfernen)

Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Sahne mit Zucker und Kokosmilch dreiviertel steif schlagen. Die Gelatine schmelzen, einen Esslöffel Himbeerpüree dazugeben und mit einem Schneebesen schnell verrühren. Nochmal kurz erhitzen, bis die Masse gerade so dampft. Dann zum restlichen Himbeerpüree geben und zügig verrühren. Püree unter die Sahne heben. Mousse in einen Spritzbeutel mit großer Lochtülle geben und sofort weiterverarbeiten.

Zusammenbau:
Rund die Hälfte bis 2/3 der Törtchenformen mit Himbeermousse füllen, einen Kaugummitaler in jede Form drücken und mit einem Biskuit abschließen. Im Zweifelsfall mit Himbeermousse auffüllen, so dass die Förmchen komplett gefüllt sind. Die Törtchen tiefkühlen.

Für die Mirrorglaze:
12 gr Gelatine gemahlen
150 gr Glukosesirup
150 gr Zucker
75 gr Wasser
100 gr Kondensmilch ungezuckert
180 gr weiße Kuvertüre
Pastenfarbe nach Wahl

frische Himbeeren für die Dekoration

Gelatine in 60 gr kaltem Wasser einweichen. Glukosesirup, Zucker und Wasser in einem Topf aufkochen lassen. Gelatine und Kondensmilch dazugeben. Kuvertüre grob hacken und dazugeben. Mit einem Pürierstab homogenisieren. Mit Pastenfarbe einfärben.
Glasur auf 35 Grad abkühlen lassen und in einen Becher umfüllen.

Fertigstellung: Ein Tortengitter auf ein sauberes Blech stellen und die tiefgekühlten Törtchen darauf stellen. Mit der abgekühlten Glasur glasieren, dabei großzügig arbeiten und mit kreisenden Bewegungen die Glasur rundherum verteilen. Wenn ein Teil keinen Guss bekommen hat, nochmal das ganze Törtchen glasieren.
Falls die Glasur nicht für alle reicht, die heruntergelaufene Glasur zurück in den Becher geben. Falls der Guss nun schon zu dick sein sollte, nochmal kurz erwärmen und dann die restlichen Törtchen glasieren. Sofort je eine Himbeere in den Guss drücken.

Die Törtchen im Kühlschrank komplett auftauen lassen und servieren. Man kann sie auch nach dem Glasieren wieder tiefkühlen, so hat man immer fertige Törtchen zur Hand, die dann nur noch aufgetaut werden müssen. Die Glasur verliert dabei zwar leicht ihren Glanz und spiegelt nicht mehr ganz so schön, aber ich mag diese Art von Törtchen, eben weil man sie einfach tiefkühlen kann und so immer relativ schnell frische Törtchen zur Hand hat.

Außerdem lassen sie sich durch die verschiedenen Arbeitschritte prima vorbereiten.
Geschmacklich haben mich diese Törtchen wirklich total überzeugt. Foodpairing ist schon eine feine Sache.
Wenn ihr übrigens den Kaugummi-Taler weglasst, schmecken die Törtchen nur nach Himbeere und Kokos - mit Kaugummi überwiegt wiederum der BumBum-Geschmack. Man merkt beim Naschen auf jeden Fall, dass sich da jemand sehr mit dem Zusammenspiel der verschiedenen Aromen beschäftigt hat.

Ich hoffe, euch gefällt das Rezept und vielleicht backt es ja mal jemand nach.
Viele Grüße
Dagi


Sonntag, 24. Juni 2018

American Football Sweet Table

Die ganze Welt ist ja momentan im Fußball-WM-Fieber, in meiner Küche aber drehte sich letztens alles um American Football!
Mein Kumpel David erzählte mir vor einiger Zeit, dass er für den 30. Geburtstag seines besten Freundes gern eine 3D-Cap-Torte mit dem Logo der Greenbay Packers (der Freund ist ein großer American Football Fan und das ist sein Lieblingsverein) machen wollte. David hat früher schonmal mit Fondant gearbeitet, aber da das schon etwas länger her war, fragte er mich, ob ich Lust hätte, die Herstellung der Torte mit ihm zusammen zu meistern.
Klar hatte ich! :D

Da zur Party rund 35-40 Gäste eingeladen waren, fragte ich ihn, ob wir nicht gleich einen ganzen Sweet Table zum Thema American Football machen wollen.
Er wollte!
YAY!





Ich freute mich total, dass ich endlich mal wieder einen Sweet Table machen konnte, noch dazu zu einem speziellen Thema, was ich immer besonders spannend und interessant finde.
In einer kurzer Besprechung beschlossen wir dass folgende Leckereien dabei sein würden:

American Football Sweet Table

- 3D Torte "Cap" mit Schokoladenkuchen und Orangenpuddingcreme
- Football Cake Pops mit Strawberry Cheesecake Füllung
- Zitronen Macarons
- Kekse "Trikot" 
- Sachertörtchen
- Toffifee-Cupcakes
- Popcorn & Marshmallows (nicht selbstgemacht)

Die Torte und die Toffifee-Ganache machten wir zusammen, die anderen Sweets wiederum stellte ich her, da David wegen seiner Arbeit momentannicht viel Zeit hat. Das tolle Spielfeld als Untergrund zauberte auch David.
Vielen Dank auch nochmal an meinen Mann Jens, der wie bei all meinen Sweet Tables die Grafik-Arbeiten übernommen hat. Besonders begeistert bin ich immernoch von unseren Schildchen. Jens kürzte meine Anweisung "Toffifee-Cupcakes" ab und schrieb nur "Toffifee" auf das Schild inklusive einer Nummer. Damit es aussieht wie ein Trikot, meinte er. Daraufhin ich: Dann musst du bitte aber auch noch Ärmel dranmachen.
Sind sie nicht furchtbar putzig, unsere kleinen Schildchen-Shirts? <3
Außerdem selbstgebastelt: Die kleine Wimpelkette an der Tribüne und die große "Happy Birthday" Wimpelkette vorne am Tisch.




Da für den Geburtstagsfeiertag mal wieder hochsommerliche Temperaturen um die 28 Grad in Wien vorhergesagt waren, machte ich mir kurzzeitig etwas Sorgen, ob das Buffet nicht etwas zu schoko-lastig ist. Da der Jubilar aber "Extrem-Schokoholiker" ist, war es genau das Richtige. 

Wie bei jeder Sweet Table Planung googelte ich erstmal das Thema und holte mir im Internet einige Inspirationen. Unter anderem sah ich eine kleine Tribüne mit Keksen in Trikotform, so etwas wollte ich auch unbedingt haben. Da ich keine Tribüne hatte, musste erstmal eine gebaut werden, vielen Dank auch nochmal an Mats (meinen Großneffen) für deine Hilfe beim Sägen und Kleben. Nachdem mein Mann die Tribüne noch weiß angemalt hatte, befestigte ich zwei dünne Stäbe dahinter und hing eine Wimpelkette mit Greenbay Packers Helmen auf.



Kein Football-Tisch ohne Footballs! 
Diese kamen in Form von Cake-Pops auf das Buffet. Im Inneren versteckte sich eine superleckere Strawberry-Cheesecake-Füllung mit Joghurette-Stückchen. Die Cake-Pops rollte ich Football-Form, überzog sie mit Schokolade und malte mit Royal Icing (das hatte ich wegen den Keksen praktischerweise eh gerade zur Hand) noch die charakteristischen Nähte.



Von den Toffifee-Cupcakes träumte ich übrigens kürzlich. Nach dem Aufwachen dachte ich mir, ooohh das klingt aber nach einer sehr leckeren Idee!
Die Toffifee schmolzen wir also ein, entfernten die Nuss und vermischten die Masse mit Sahne. Diese Ganache rührte ich dann später unter meine Cupcake-Creme und spritzte die Cupcakes damit. Noch etwas Ganache direkt in die Muffins und etwas übendrauf - fertig waren die Toffifee-Cupcakes.

Die Cupcake-Topper, Popcorn-Becher, Helium-Ballons und Pompoms besorgten wir in verschiedenen Läden im 7. Bezirk in Wien.


Das Geburtstags"kind" war ein bisschen beeindruckt, als er das ganze Buffet sah. :D Man beachte bitte das Cap, dass er tatsächlich ständig trägt.

Ja es ist wirklich eine Torte! Und eine ziemlich leckere noch dazu!


Wie findet ihr meinen Football Sweet Table?


Donnerstag, 24. Mai 2018

Müllauto-Torte inkl. Tutorial und Rezept für meinen Neffen zum 4. Geburtstag

Oh ein Blogbeitrag! Auf Home is where the Törtchen is! Ja diesen Blog gibt es noch. 

Die letzten Wochen und Monate waren mit meinen Backkursen und der Eröffnung unserer Superfoodbar "Grasgrün" hier in Wien etwas turbulent, aber jetzt habe ich langsam wieder mehr Zeit und Muße zum Backen.
Ende April stand auch der 4. Geburtstag meines Neffens an und damit die alljährliche 3D-Torte von Tante Dagi.
Zu seinem 4. Geburtstag hatte Klein-Paul erstmals selbst ganz klare Vorstellungen, was er gerne möchte: Ein Müllauto sollte es sein und - ganz besonders wichtig - mit einer "5". Warum weiß ich bis heute nicht, aber es gibt Gerüchte um eine 5-jährige Kindergarten-Flamme...





Dieser Geburtstag war für mich eine ziemliche Herausforderung, da es der erste Geburtstag seit unserem Umzug von München nach Wien war und ich erstmal rausfinden musste, ob ich die Torte in Wien machen soll oder lieber in München und dafür dann ein paar Tage früher anreisen müsste. 
Da eine frühere Anreise wegen des Ladens eher ungünstig war, entschied ich mich, die komplette Torte in Wien fertigzustellen und gut verpackt und gekühlt in einer Thermobox nach München zu transportieren. 



Kleine Hintergrundgeschichte zu den Geburtstagen meines Neffens: 
Als wir vor rund 1,5 Jahren bekanntgaben, dass wir nach Wien umziehen werden, war eine der 1. Fragen meiner Schwägerin "was ist denn dann mit Pauls Torte?" Eine berechtigte Frage, hatte ich ihm doch zur Geburt ein Torten-Abo bis zum 18. Geburtstag (und vermutlich auch länger, wenn er möchte) geschenkt. 
Zu seinem 1. Geburtstag machte ich ihm eine "Pooh im Baumhaus"-Torte, zum 2. gab es eine Feuerwehrauto-Torte, zum 3. seinen Lieblingsteddy als Torte.



Und nun zu seinem 4. Geburtstag eine Müllauto-Torte mit einer 5.  Ich bin jetzt schon gespannt, welche Zahl dann nächstes Jahr auf die Torte soll. Eine 7? Hach, sie werden so schnell erwachsen :D

Als Füllung wünschte er sich -wie schon in den letzten beiden Jahren- Vanillepuddingcreme. Ich würde ja auch gern mal wieder eine andere Füllung machen, aber diese Creme ist einfach so lecker... Mal sehen, ob es in den nächsten 14 Jahren noch eine Geschmacksvariation gibt oder ob wir einfach bei dieser Füllung bleiben. :D 

Die Torte kam bei Paul und seinen Freunden auf jeden Fall supergut an. Ich konnte wegen einem Kurs leider nicht bei der Party dabei sein, aber mein Mann hatte mir ein Video von der Tortenpräsentation gemacht. Es ist sooo süß, wie die kleinen Kids ehrfurchtsvoll staunen und "WOW, sowas hab ich ja noch nie gesehen!" rufen. <3 
Lustigerweise haben sie sich als allererstes die Müllmaus geschnappt, ihr die Ohren abgebissen und danach den ganzen Kopf. Auch das kleinere Mäuschen wurde schwups vernascht und erst danach die restliche Torte. Da soll mal einer sagen, dass niemand Fondant essen mag. 





Die Kinder kamen übrigens gerade vom Pony reiten, deshalb haben sie alle Helme auf.
Geburtstagskind Paul bekommt natürlich das erste Stück - mit seinem Namen drauf.



Als Platte für die Torte nahm ich, wie bei der Feuerwehrauto-Torte, zwei gleich große Kappaplatten, verklebte beide, deckte sie mit Fondant ein und klebte als Bodenstützen einige Kappaplatten-Plättchen mit einer Heißklebepistole auf. Ihr seht auf manchen Fotos den Unterbau mit den Platten. Wenn ihr die Torte nicht durch halb Europa fahren müsst, reicht vermutlich 1/3 der Platten, aber ich wollte auf Nummer sicher gehen, damit ja nichts verrutscht. 
Beim Feuerwehrauto vor zwei Jahren bastelte ich damals noch einen Feuerwehrmann dazu, da aber menschliche Figuren nicht gerade zu meinem Spezialgebiet gehören, bastelte ich zum Müllauto keinen Müllmann, sondern eine Müllmaus. Damit diese dann nicht so einsam ist, bekam sie spontan noch einen kleinen Mäusefreund dazu. Als Dekoration bastelte ich noch eine Mülltonne komplett aus Blütenpaste und füllte sie mit Smarties. 



Wenn ihr nun auch gerne eine Müllauto-Torte machen möchtet, hier habe ich für euch das Rezept und eine Anleitung aufgeschrieben. 
Ich habe euch auch meinen 3-Tages-Zeitplan aufgeschrieben. 
Bitte beachtet, dass Tag 3 der arbeitsintensivste Tag ist. Falls ihr so eine Torte plant, solltet ihr euch für Tag 3 deshalb unbedingt frei nehmen. 


3D Müllauto-Torte

Abgesehen von den Zutaten der Torte benötigt ihr:
1,4 kg oranger Fondant für das Auto
200 gr schwarzgrauer Fondant für die Extras am Auto
600 gr grauen Fondant für die Straße und den Gehweg
150 gr schwarzen Fondant für die Autoreifen
Kokosflocken und grüne Lebensmittelfarbe
Smarties
Lebensmittelkleber
Blümchen aus Blütenpaste

Equipment: 
Kappaplatten
dicke Strohhalme oder Cakesticks
Heißklebepistole oder Kleber
Skalpell, Clay Extruder
Standard-Fondant-Bastelwerkzeug
Ausrollstab, Ausrollbrettchen
Strukturmatte "Steine"

Vorbereitung: Müllmaus basteln, Mülltonne basteln, Gestell basteln, Kokosflocken grün färben, Fondant färben, Cakeboard eindecken
Tag 1: Boden backen, Pudding kochen
Tag 2: Creme zubereiten, Torte füllen, Ganache anrühren, Cakeboard dekorieren
Tag 3: Torte schnitzen, ganachieren, eindecken und dekorieren

Für den Vanillasponge-Rührteig:
400g weiche Butter
400g Zucker
2 Pck. Vanillezucker
1/2 Teel. Salz
8 Eier, M (Zimmertemperatur)
400g Mehl
1 Pck. Backpulver
150 ml Milch

Den Ofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen und einen rechteckigen Backrahmen auf ein Backblech mit Backpapier stellen, er sollte so groß wie möglich eingestellt sein (bei mir 36 x 28cm).
Butter und Zucker schaumig schlagen. Die Eier einzeln dazugeben und je gut verrühren. Falls die Masse gerinnt, 1-2 Essl. des Mehls dazugeben. Wenn alle Eier gut eingerührt sind, Mehl und Backpulver dazugeben und kurz verrühren. Zum Schluss die Milch dazugießen und kurz verrühren. Den Teig in die Form geben, glatt streichen und 45 Minuten backen. Stäbchentest nicht vergessen. Auskühlen lassen und am besten 1 Tag ruhen lassen, damit sich der Boden besser schneiden lässt.

Für die Vanillepuddingcreme:
760 ml Milch
2 Pck. Vanille-Puddingpulver
100 gr Zucker
260 gr weiche Butter

Aus Milch, Puddingpulver und Zucker nach Packungsanweisung einen Pudding zubereiten, in eine Schüssel füllen, mit Folie direkt auf dem Pudding abdecken und komplett auskühlen lassen, am besten über Nacht.
Die Butter schaumig rühren und den Pudding löffelweise dazugeben und unterrühren.

Sonstiges:
ca 300 gr Kirschkonfitüre (oder jede andere Konfitüre)

weiße Ganache:
600 gr weiße Schokolade
300 gr Sahne

Schokolade in Stücke brechen und in der Mikrowelle anschmelzen. Sahne aufkochen, Schokolade dazugeben und solange umrühren, bis keine Stückchen mehr enthalten sind. Bei Bedarf (falls noch Stückchen vorhanden sein sollten) nochmal kurz erhitzen, bzw. mit dem Rührstab emulgieren.
Komplett auskühlen lassen, am besten über Nacht. Bei Zimmertemperatur lagern.


Zusammenbau:
Tag 2: 
Den Kuchen an allen vier Seiten einen dünnen Streifen Teig wegschneiden, damit der Kuchen eine geradere Kante erhält. Nun der Länge nach abmessen und in 3 gleich große Streifen schneiden, bei mir waren die drei Streifen je 11cm breit und 26,5cm lang. Anschließend 2 Kappaplatten in derselben Größe wie ein Streifen schneiden. Auf der einen Platte wird später die ganze Torte stehen und die ander Platte wird in der Mitte eingebaut. Sie sorgt für mehr Stabilität und erleichtert außerdem das Anschneiden. 


Den ersten Boden einmal waagerecht durchschneiden und diesen Boden auf die erste Kappaplatte setzen. Für mehr Stabilität kann etwas Ganache als Kleber zwischen Platte und Torte vorab auf die Platte gestrichen werden. 
Die Puddingcreme in einen großen Spritzbeutel mit Lochtülle (ca 0,8 cm) füllen und zuerst den Rand, dann das Innere spritzen. Nicht zuviel Creme auftragen. Mit einer kleinen Palette die Creme glattstreichen. Für etwas Frucht in der Torte nehme ich immer gerne eine Konfitüre (z.B Kirschkonfitüre), rühre sie glatt und fülle sie in einen Spritzbeutel mit 0,5cm kleinen Öffnung. Die Konfitüre nun im Zickzack über die Creme spritzen. Am besten auch mit einer kleinen Palette etwas verstreichen. 


So werden 3 dünne Böden und 3 Cremeschichten gestapelt, das ist dann die untere Hälfte der Torte. Bevor der 4. Boden aufgesetzt wird, dicke Strohhalme an allen 4 Ecken (ca 2-3 cm vom Rand entfernt) stecken und auf die aktuelle Höhe der Torte abschneiden. Die kleinen Strohhalme sorgen dafür, dass die Torte später nicht zusammensackt und sie sich außerdem besser anschneiden lässt.
Nun außerdem zwei lange dicke Strohhalme mittig einstecken. Diese Strohhalme sorgen dafür, dass auf der Fahrt nichts verrutscht. Wenn ihr nicht wie ich von Wien nach München mit der Torte fahren müsst, könntet ihr euch diese beiden langen Stäbe auch sparen. Als nächstes die zweite Kappaplatte auflegen und zwei Löcher für die beiden langen Stäbe schneiden. Die nächsten 3 Böden genauso stapeln. Zum Schluss darauf achten, dass die Böden gerade aufeinanderstehen, noch kann man sie wenn nötig noch etwas verschieben. 


In Folie einpacken und über Nacht in den Kühlschrank (mindestens 12 Stunden) stellen. So kann der Kuchen noch gut durchziehen und die Creme schön fest werden. 
Inzwischen die Reifen aus Fondant basteln. Für die Felgen habe ich insgesamt 60 gr weißen/hellgrauen Fondant genommen, das war pro Reifen 10gr. Für die Reifen selbst hatte ich insgesamt 102 gr schwarzer Fondant genommen, das waren pro Reifen 17gr. Die Felgen habe ich noch mit einem sehr kleinen Lochtülle "gestanzt" und mit glänzender Pulverfarbe angemalt.

Tag 3: Die Torte aus dem Kühlschrank holen und mit einem scharfen kleinen Messer den Kuchen in Form schnitzen, dafür am besten eine Vorlage benutzen. Man kann sich ein Foto ausdrucken, ausschneiden und das Foto an die Torte halten zum schnitzen oder wie ich frei Hand nach einem Bildschirmfoto arbeiten. 
Für die Radhäuser die Reifen anlegen und entsprechend große Löcher einschneiden. Schneidet dort ruhig etwas mehr Fläche aus, da durch die Ganache und den Fondant die Öffnungen wieder kleiner werden. 


Die Hälfte der Ganache aufschlagen, bis sie eine cremige Konsistenz hat. Mit einer Teigkarte die ganze Torte rundherum dünn mit Ganache bestreichen. Dies ist der 1. Durchgang, bei dem die Krümel gebunden werden. Torte für ca 20 Minuten kalt stellen, bis diese 1. Schicht fest ist.

Als nächstes die restliche Ganache aufschlagen und den Kuchen erneut rundherum mit Ganache einstreichen, dabei so glatt wie möglich arbeiten. Erneut kühl stellen.


Den orangen Fondant kurz durchkneten und auf etwas Speisestärke ausrollen.
Den Fondant über die Torte geben und andrücken, dabei immer zuerst die Ecken bearbeiten.



Meine Kappa-Platte hatte ich mit grauem Fondant eingedeckt und die Stellen markiert, auf denen später die Abstützungen positioniert werden (siehe Foto oben). Um das besser abschätzen zu können, habe ich einen tortengroßen Flyer auf die Platte gestellt. An diesen Stellen schnitt ich mit einem Skalpell den Fondant aus und klebte die Kappaplatten-Plättchen an. 
Vorher hatte ich noch einen "Gehweg" angebracht. Dafür verwendete ich eine Strukturmatte für Steine. Für einen kleinen Grünstreifen färbte ich Kokosflocken grün (eine genaue Anleitung zum Kokosflocken färben habe ich hier für euch), strich etwas Lebensmittelkleber auf den Fondant und streute die Kokosflocken darüber. 

Anschließend gab ich etwas Kleber auf die Oberseite der Plättchen und setzte die komplette Torte auf. Jetzt sitzt die Torte superfest und kann dekoriert werden. Als erstes habe ich die Reifen eingesetzt und mit etwas Lebensmittelkleber befestigt. 


Nun ging es an die ganzen Details.
Mit dem restlichen orangenen Fondant und einem Clay Extruder stellte ich viele dünne Bänder her, um die Torte rundherum damit zu dekorieren. Die Mäuschen haben auch schon ihren Platz gefunden, ebenso wie ein paar Blümchen aus Blütenpaste, die ich vorab gemacht hatte.
Aus schwarzem bzw. grauen Fondant brachte ich noch die Fenster, Scheinwerfer, Stufen zum Führerhaus und den Text bzw. die 5en an. 


Das war es dann auch "schon" wieder mit meinem Müllauto-Torte-Tutorial, ich hoffe, es hat euch gefallen und die/der eine oder andere backt die Torte mal nach.

Ich freue mich jetzt schon auf mehr Freizeit in meiner Kurs-Sommerpause, dann will ich nämlich einige neue Torten, Rezepte und Techniken testen. Ich werde hier berichten. Versprochen. :)

Dagi <3 


Donnerstag, 1. Februar 2018

Einblicke in meine Backkurse in Wien

Letztes Wochenende war mal wieder MyBackkurs-Zeit in Wien und ich durfte einigen lieben Menschen Dripcakes und Fondant-Torten näher bringen. Damit ihr mal seht, wie so ein Kurs abläuft, habe ich heute einige Impressionen für euch.
Am Samstag zauberten wir in einer Gruppe bunte Dripcakes mit Ombre-Farbverlauf und am Sonntag zeigte ich zwei Mädels wie man Fondanttorten inkl. einem süßen I-Aaah aus Fondant fertigt.

Ganz unten in diesem Beitrag findet ihr übrigens noch spannende Neuigkeiten!

Am Samstagvormittag fanden sich also einige Torten-Interessierte in Wien zusammen, um den Tag mit Dripcakes zu verbringen. Nach einem Aperitiv und einer kleinen Vorstellungsrunde ging es auch schon los. Zuerst rührten wir eine leckere Lemoncurd-Frischkäse-Creme an und schnitten die von mir mitgebrachten Böden vom Konditor. Danach wurden die Böden mit einer fruchtigen Zitronen-Tränke und der Creme gefüllt.


Mit der Torten-Wasserwaage wird überprüft, ob die Torten nach dem wieder zusammensetzen auch gerade sind.

Anschließend stellten wir fluffige Baisers und Swiss Merengue Buttercreme her.

Da Kreativität bei mir groß geschrieben wird, färbte sich erstmal jeder Teilnehmer die Creme in seiner Wunschfarbe. Einige entschieden sich dabei auch für eine Ombre-Torte mit einem schönen Farbverlauf.

"Wenn das hier ein Semi Naked Cake Kurs wäre, wären wir jetzt schon so gut wie fertig." :D



Eines meiner Lieblingsmotive in jedem Kurs: Die glücklichen Teilnehmer fotografieren ihre eigenen tollen Werke. <3

Sind sie nicht toll geworden?

Geschafft! :)

Am Sonntag ging es dann gleich weiter mit dem nächsten Kurs. Zwei Mädels wollten gerne in die Geheimnisse von Fondant-Torten eingeweiht werden.

9:45 Uhr - alles ist vorbereitet.

Nachdem wir die Schokoböden vom Konditor mit einer speziellen Schnitttechnik geschnitten und eine leckere Kirschfüllung zubereitet hatten, füllten wir unsere Torten damit. Anschließend ging es erstmal an die Dekoration.
Die beiden Mädels wollten gerne wissen, wie ein zuckersüßer I-Aaah modelliert wird und so widmenten wir uns in den nächsten Stunden dem Färben, Formen und Modellieren der kleinen Esel. Das Plüsch-Original durfte dabei Modell stehen (rechts oben im Bild).


Nach einem leckeren Mittagessen mit Antipasti-Sandwiches ging es weiter mit dem Fondant färben, ganachieren, und dem Eindecken der Torten.






Awwww... Sind sie nicht herzallerliebst geworden? <3 <3


Vielen Dank an alle Teilnehmer für euer Vertrauen, ich weiß das wirklich sehr zu schätzen!
Ich freue mich jetzt schon auf die nächsten Kurse. In den nächsten Wochen wird es bei mir nämlich definitiv nicht langweilig:
Nächste Woche kommen die nächsten zwei Backwütigen zu einem Personal Backtraining, danach geht es für Kurse nach München, danach wieder Wien usw. Wenn du auch gerne einen meiner Backkurse buchen möchtest, auf mybackkurs.at (Wien) oder mybackkurs.de (München) findest du alle Kurse, seit gestern gibt es auch brandneue Termine.

Außerdem wird Ende Februar endlich die Salatbar Grasgrün meines Mannes in der Neubaugasse 70 im 7. Bezirk in Wien eröffnen. Das ist für mich insofern auch sehr spannend, weil ich dort für die Desserts zuständig bin, ihr könnt also ganz bald meine superleckeren Cookies und Cheesecakes im Glas dort kaufen. Außerdem kann ich dann endlich mein süßes Catering starten - ein Traum, den ich seit mittlerweile vielen Jahren habe und nun hier in Wien endlich umgesetzt habe. Ihr könnt dann bei mir nicht nur Cookies kaufen, sondern auch ganze Sweet Tables etc. bestellen. YAY!
Worauf ich mich auch schon ganz besonders freue:  Meine Pop up Bakeries. Wahrscheinlich schon Ende März werde ich das erste Mal hinterm Tresen stehen und ihr könnt meine Cupcakes, Cookies und Törtchen für euch entdecken. Hach ich freu mich schon!

Dagi <3

Warum der linke Einhorn-Puschel hier ohne Wissen des anderen Einhorns versucht auf den Fotografen zuzulaufen, weiß ich leider auch nicht genau.... :D :D Diese Hörnchen machen immer was sie wollen... ;)

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