Freitag, 20. März 2020

Trendtorte 2020: Klopapier-Rolle

Die Trendtorte 2020 ist eine Klopapier-Rolle? Das hätte sich vor wenigen Wochen wohl niemand von uns vorstellen können. Aber ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche äähh Trendtorten.
Falls sich jetzt übrigens jemand denkt, die Situation mit Corona ist nicht zum Spaßen, dem kann ich nur sagen: Wenn wir unseren Humor verlieren, ist alles verloren.
Außerdem kennt ihr sicher den Spruch: Wenn dir das Leben Zitronen gibt, mach einen Klopapier-Kuchen daraus. Oder so ähnlich?

Meine Klorollen-Torte (vorne) mit fluffigeren Artgenossen in freier Wildbahn

Vor wenigen Tagen hatte ich eine solche Torte bei einem englischen Tortenkünstler (The Bakeking) gesehen, der dafür bekannt ist, ultra-realistische Torten zu kreieren. Schaut euch bitte unbedingt sein Video auf Instagram mit der Hand und dem Apfel an. Wahnsinn!

Da ich mangels Kursen und der momentanen Heim-Isolation sowieso nichts zu tun hatte (ich hab grad ein deja-vu) und so ein Klopapierrollen-Kuchen zudem einfach perfekt für zwei Personen ist, habe ich mich kurzerhand auch daran gewagt.

Auf Instagram und Facebook kam meine Klorollen-Torte uuuunglaublich gut an. Schon jetzt, nach nur zwei Tagen, hat sie mehr likes als jedes andere Bild von mir auf Instagram. Eine Klorolle. Okay.
Die Herstellung ist denkbar einfach und ich wurde auch mehrmals gefragt, ob ich nicht das Rezept und eine Anleitung dazu veröffentlichen könnte.

Hier könnt ihr übrigens ein Video vom Anschnitt meiner süßen Klopapierrolle sehen.

Im Inneren des Törtchens versteckt sich ein supersaftiger Nusskuchen, gefüllt mit Nougat-Ganache und Preiselbeeren.

Benötigtes Equipment:
12,5cm Backform (z.B. von PME)
Drehplatte
Teigkarte
kleine Palette
kleines Messer
Stärke zum Ausrollen
großer Ausrollstab
2 Glätter
Nadel (für die Oberflächenstruktur)
verschiede Prägewerkzeuge (ich habe eine kleine Tülle genommen) für die Klorollen-Deko
Skalpell
Rädchen um die Naht einzuprägen
Lebensmittelkleber



Klopapierrolle Torte

12,5cm Torte
Für den Nuss Sponge:
125g Butter, zimmerwarm
125g Zucker
1 Pck. Vanillezucker
1/4 Teel. Salz
3 Eier, Größe M, zimmerwarm
60g Mehl
1 gestr. Teel. Zitronenschale
1 gute Prise Zimt
65g gemahlene ungeschälte Haselnüsse
65g gemahlene ungeschälte Mandeln
1 leicht gehäuften Teel. Backpulver
50ml Milch 

Den Ofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. 
Eine 12,5cm große Backformen buttern und am Boden mit Backpapier auslegen. 
Butter, Zucker, Vanillezucker und Salz schaumig schlagen. Die Eier einzeln dazugeben und jeweils gut verrühren. Falls die Masse gerinnt, 1-2 Essl. des Mehls dazugeben.

Mehl, Zitronenschale, Zimt, Haselnüsse, Mandeln und Backpulver in eine Schüssel geben und mischen. Nun diese Zutaten in zwei Runden abwechseln mit der Milch zum Teig geben und jeweils kurz verrühren. 


Den Teig in die Form geben und 40-50 Minuten backen, bis beim Stäbchentest kein Teig mehr kleben bleibt. Auskühlen lassen und am besten einen Tag eingepackt ruhen lassen, damit sich der Boden besser schneiden lässt.

Für die Nougat-Ganache (Füllung):
65g schnittfesten Nougat
40g Zartbitterschokolade 
50g Sahne
etwas Preiselbeer-Konfitüre

Nougat in Stücke schneiden, Schokolde hacken und beides in eine Schüssel geben. Sahne kochen und in die Schüssel füllen. 1 Minuten warten, dann solange rühren, bis eine homogene Masse entstanden ist. Auskühlen lassen.

Für die Ganache (außen):
200g Zartbitterschokolade
100g Sahne

Schokolade hacken und Sahne zum Kochen bringen. Sahne über die Schokolade gießen, 1 Minute warten und rühren, bis eine homogene Masse entstanden ist. Auskühlen lassen.

Für die Dekoration:
ca. 500g Fondant (z. B. von Massa Ticino)
ca. 30g hellbrauner Fondant
ca. 100-150g Blütenpaste

Zusammenbau:
Den Kuchen dreimal durchschneiden, so dass vier Böden entstehen. Auf den untersten Boden 1/3 der Nougat-Ganache geben und glatt streichen. 2-3 Essl. Preiselbeer-Konfitüre darauf verteilen. Den nächsten Boden aufsetzen und genauso verfahren. Zum Schluss darauf achten, dass die Torte gerade ist und für 1-2 Stunden in den Kühlschrank geben, damit die Füllung fest werden kann. 

Mit einem kleinen Messer in der Mitte der Torte die Öffnung einschneiden. Es reicht, wenn diese ca. 4-5cm tief ist. Torte auf einen Drehteller stellen. 

Die Ganache-Konsistenz testen, sie soll cremig und streichfähig sein. Falls sie zu fest sein sollte, für wenige Sekunden in die Mikrowelle damit und umrühren. 
Nun die Torte rundherum dünn mit der Ganache einstreichen. Für einige Minuten in den Kühlschrank stellen, dann eine zweite Schicht Ganache auftragen und ordentlich glatt streichen. 


Anschließend die Torte mit Fondant eindecken.

Um das Loch in der Mitte freizulegen, den Fondant oben mittig mit einem Skalpell in der Form eines X einschneiden und dann vorsichtig das Loch frei schneiden. Nun die Torte drehen und prüfen, wo letztlich die Vorderseite sein soll. 
Den hellbraunen Fondant ausrollen, eine Kerbe einschneiden (für die charakteristische Schnittkante) und in der Öffnung festdrücken, die Kerbe sollte dabei von vorne sichtbar sein. 
Anschließend mit einer Nadel auf der Oberseite der Rolle, von innen beginnend, dünne Spiralen einprägen.


Um anschließend die benötigte Größe der äußersten Zuckermasse-Klopapierschicht zu ermitteln, habe ich einfach echtes Toilettenpapier um die Torte gewickelt (bitte hierfür besser eine neue Rolle benutzen ;) ) und entsprechend abgeschnitten, bei mir waren es 4,5 Blätter. Achtung, ihr benötigt einen kleinen Überschnitt. 
Die Klopapierblätter benutzt ihr nun als Schablone. 
Die Blütenpaste 1-2mm dick ausrollen und mithilfe dieser Schablone zuschneiden. 

Etwas Lebensmittelkleber auf der Torte rundherum verteilen. 

Wieder kurz prüfen, wo die Vorderseite ist und wo der Überschnitt beginnen soll. Hier den Streifen Blütenpaste anlegen und vorsichtig rundherum andrücken. Am Ende eine Ecke herunterhängen lassen. 
Nun kann mit verschiedenen Prägewerkzeugen ein Muster auf die Klorolle gedrückt werden. 
Ich habe z.B. eine kleine Lochtülle genutzt und mit der größeren Öffnung Kreise eingedrückt und dann, mit der kleineren Öffnung der Tülle, kleinere Kreise innerhalb der großen Kreise. Zack fertich! Klopapierdesign.


Ich hoffe, mein kleines Tutorial hat euch gefallen. Wenn ihr die Torte nachbackt und auf Social Media postet, freue ich mich natürlich sehr, wenn ihr mich markiert. 

Bis dahin, bleibt gesund und daheim. 
Dagi <3 

Montag, 16. März 2020

No Bake Oreo Cheesecake und einige persönliche Worte zu Covid-19

Vergangenes Wochenende hätte ich eigentlich zwei Dripcake-Kurse in Wien gehabt und hatte dafür natürlich schon alle Zutaten gekauft - unter anderem sehr viel Frischkäse, Sahne, Butter und Oreo-Kekse.
Die Kurse mussten aufgrund der aktuellen Lage natürlich verschoben werden. :(
Also blieb mir quasi gar nicht anderes übrig und ich habe kurzerhand einen no bake Oreo Resteverwertungs Cheesecake gebacken ääh nichtgebacken.

Mein 18cm Cheesecake

Bevor ihr aber das Rezept dazu bekommt, wie im Titel angekündigt, ein paar Worte zur momentan grassierenden Pandemie:

Die ganze letzte Woche über hatte ich ständig alle Entwicklungen Covid-19 betreffend auf süddeutsche.de, kurier.at und spiegel.de verfolgt und mit zunehmender Unsicherheit an meine anstehenden Kurse gedacht.
Am Donnerstag, also zwei Tage vor dem 1. Kurstag, schrieben mir bereits einige Teilnehmer, ob die Kurse denn nun wie geplant stattfänden.

Meine Antwort dazu lautete zu diesem Zeitpunkt noch:
Solange die Regierung nicht empfiehlt, auch kleinste, nicht öffentliche Veranstaltungen abzusagen, findet selbstverständlich auch der Kurs wie geplant statt.

Was soll ich sagen, Donnerstagabend war es dann soweit und genau diese Information (soziale Kontakte auf das Nötigste beschränken) wurde fast gleichzeitig von den Regierungen in Deutschland und Österreich verkündet.

Freitagvormittag hing ich also stundenlang am Laptop und Telefon und schrieb bzw. rief alle Teilnehmer meiner Kurse der letzten und dieser Woche in Wien und München an.
Insgesamt betraf das 36 Personen, die Kurse waren wie immer ausverkauft. Alle Teilnehmer hatten natürlich vollstes Verständnis für die Absage, einige waren sogar spürbar erleichtert, dass sie nun zuhause bleiben konnten.

Außerdem stornierte ich meine bestellten Kuchenböden bei den Konditoreien. An dieser Stelle nochmals ein ganz großes Dankeschön an die Konditorei Groissböck in Wien, dass sie meine Bestellung so unbürokratisch storniert haben und das, obwohl die Böden bereits fertig gebacken waren(!). Ein ebenso großes Dankeschön geht auch an meine Kurslocation Meine Kochwerkstatt in München, die meine Reservierung ebenfalls völlig flexibel kostenfrei stornierte.

Die kommenden 4 Wochenenden waren aufgrund meines anstehenden Geburtstages und den Osterferien – glücklicherweise – keine Kurse geplant. Die nächsten Termine stehen erst ab dem 18.04.20 (in Wien) an.

Anschließend sind allerdings bis Anfang Juni mit Ausnahme eines einzelnen Wochenendes, für jedes Wochenende Kurse geplant und wie gewohnt auch zum großen Teil schon ausverkauft.
Ich will daher momentan noch gar nicht daran denken, wie es weitergeht, wenn diese Krise sich noch monatelang hinziehen sollte und weitere Ausfälle verursacht.
Nicht nur mein eigenes Einkommen und damit mein Lebensunterhalt ist dann ernsthaft gefährdet, auch viele meiner Freunde spüren bereits jetzt finanzielle Schwierigkeiten, weil fast überhaupt kein Einkommen mehr reinkommt. Restaurants, Cafes, Veranstalter, Zuckerbäcker, Ladenbesitzer und viele mehr haben jetzt schon keine Kunden mehr.

Wisst ihr übrigens, wie ihr kleinere privat geführte Läden, Restaurants, Cafes, Kulturstätten & Kursanbieter usw. in dieser außergewöhnlich schweren Phase unterstützen könnt? Kauft euch einfach Gutscheine! :)
Viele Betriebe bieten generell schon immer Gutscheine zum Verschenken an und jetzt können diese helfen, in dieser Zeit über die Runden zu kommen. Das gilt natürlich auch für meine Backkurs-Firma MyBackkurs.

Ich versuche übrigens trotz allem optimistisch zu denken und hoffe, dass sich die Lage bis Mitte/Ende April zumindest etwas normalisiert hat.
Derweil versuche ich der ganzen Situation zumindest irgendetwas Gutes abzugewinnen.
Dinge die schon länger liegengeblieben sind ,wie mein Tortenzimmer aussortieren oder einfach mal wieder in Ruhe Bücher lesen stehen bei mir die nächsten Wochen auf dem Programm.

Außerdem bleibt zu hoffen, dass die Allgemeinheit das Händewaschen und andere Hygieneregeln wie z.B., nicht in die Hand husten oder niesen, jetzt vielleicht einfach mal dauerhaft in ihren Alltag integrieren wird.

Ich persönlich habe mir das und einiges andere bereits im Jahr der Schweinegrippe angewöhnt:
In öffentlichen Verkehrsmitteln z.B. generell nichts anfassen ist so eine Sache. Ich lehne mich immer nur an oder hänge mich mit meinem Ellbogen an eine Haltestange wenn ich keinen Sitzplatz bekomme. Türklinken betätige ich entweder mit dem Ellenbogen oder dem Jackenärmel. Wenn ich nach Hause komme, wasche ich mir IMMER als erstes die Hände. Wenn ich ein Hotelzimmer beziehe, was durch mein Pendeln für die Backkurse ja öfters der Fall ist, habe ich sogar meist Desinfektionsmittel dabei, um TV-Fernbedienung, Telefon, Lichtschalter und Türklinken etc. zu desinfizieren. Durch meine jahrelange Arbeit in Hotels weiß ich, dass diese Dinge im Normalfall so gut wie NIEMALS gesäubert werden. Im Moment vielleicht tatsächlich schon? Wer weiß. :)

Und last but not least noch eines:
Ich weiß, das hört ihr momentan von allen Seiten, aber grade in Deutschland nehmen viele die Situation scheinbar immernoch nicht wirklich ernst. Gestern war z.B. der Biergarten am Viktualienmarkt anscheinend gesteckt voll.  Da muss man sich schon ernsthaft fragen, ob viele  Menschen den Ernst der Lage denn immernoch nicht begriffen haben und daher ihren eigenen Spaß über das Wohlergehen der Allgemeinheit stellen. Letztlich ist dieses Verhalten rücksichtlos und dumm zugleich.

Wenn DU selbst auch nicht verstehen kannst, warum alle Menschen sich in der nächsten Zeit am besten zuhause aufhalten und den Kontakt zu den Mitmenschen minimieren sollten, empfehle ich dir dringend, diesen Artikel zu lesen: 

Nun aber genug von Covid-19, jetzt gibt es endlich das Rezept, um das es in der Einleitung ging:

Dieser Oreo Cheesecake hat einen Oreo-Krümelboden und eine fluffige, weiche Frischkäse-Sahne-Creme. Getoppt wird das Ganze von Oreos - was sonst.
Das Rezept ist für eine 26er Form, ich habe die 1,5 fache Menge genommen und eine 26er und eine 18er Form damit gefüllt - den kleinen Cheesecake habe ich dann einer Nachbarin geschenkt.
Wenn ihr einen etwas höheren Kuchen möchtet, macht das Rezept einfach in einer 22/20cm Form.

Sehr gut dazu würde übrigens eine Himbeer- oder Erdbeersoße passen. Vielleicht habt ihr ja noch etwas Obst im Tiefkühler? Das wird einfach aufgetaut und püriert und mit etwas Zucker, Vanille und Agar-Agar o.ä. eingekocht.


no bake Oreo Cheesecake
Für eine 26cm Form
310g Oreo-Kekse (2 Rollen) 
50g zerlassene Butter
4 Blätter Gelatine
400g Frischkäse Vollfettstufe
80g Zucker
1 Pck. Vanillezucker
400g Sahne

Von den Oreos 5 Stück für eine Füllung und nochmal 3 Stück für die Deko beiseite stellen. Die restlichen Kekse mit einem Nudelholz in einem Gefriersackerl zerbröseln. Eine Springform am Boden mit Backpapier bespannen. 
Keksbrösel in einer Schüssel mit der zerlassenen Butter vermischen und als Boden in der Form geben und andrücken. Im Kühlschrank fest werden lassen und inzwischen die Creme anrühren. 
Gelatine laut Packung mit Wasser einweichen. 
Frischkäse mit Zucker und Vanillezucker verrühren. Sahne steif schlagen. Gelatine schmelzen und mit der Frischkäsecreme verrühren. 
Sahne mit einem Teigschaber unter die Frischkäsecreme heben. 

Die Hälfte der Creme auf den Keksboden streichen, die 5 ganzen Oreos auf die Creme legen und die restliche Creme aufstreichen und glatt streichen. 2-3 Stunden im Kühlschrank fest werden lassen. Kurz vor dem Servieren 3 Kekse zerbröseln und auf dem Kuchen verteilen. 

Meine 26er Form

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