Dienstag, 22. Dezember 2020

Origamitorte - Lebkuchen-Mandel-Biskuit mit Orangencreme

Seid ihr noch auf der Suche nach einem Törtchen für Weihnachten? Dann kann ich euch nur meine neueste Rezeptkreation sehr ans Herz legen: 

Lockerer Lebkuchen-Mandel-Biskuit kombiniert mit fruchtiger Orangenpuddingcreme. 
Für den ultimativen zusätzlichen Orangenkick habe ich auch noch eine Schicht aus geliertem Orangenpüree eingebaut. 

Ich liebe es ja ohenhin, neue Tortenfüllungen zu kreieren, aber diese hier ist mal, ohne Übertreibung, wirklich der absolute Knaller! Der fluffige und (dank der Mandeln) doch trotzdem saftige Lebkuchen-Biskuit und die aromatische Orangencreme harmonieren einfach sooo gut! 

Für die Dekoration habe ich eine spezielle Origami-Technik eingesetzt, die ich erst vor Kurzem in einem Onlinekurs erlernt hatte. 
Die weiße obere Etage auf dem Foto ist übrigens keine Torte, sondern ein Styropordummie, den ich mit einer schnellen Buttercreme umhüllt habe. 

Was macht man nicht alles für ein hübsches Foto. :D 


Der Anlass für diese Torte war übrigens ein Besuch meiner Freundin Saskia. Im letzten Jahr haben wir zusammen Lebkuchen gebacken und in diesem Jahr wollten wir coronabedingt auf Nummer sicher gehen und haben den Backtag in einen "Punsch trinken und Torte essen-Tag auf der Terasse" umgewandelt. Ich habe den Tisch mit Tannenzweigen und unserer Weihnachts-Ananas geschmückt (mein Mann und ich schmücken immer nur eine Ananas anstatt eines Baums), frisch Kinderpunsch gekocht und dann wurde noch gewichtelt. 


Schaut mal, was für tolle Geschenke ich bekommen habe! 
Einen Winnie Pooh Mundschutz und eine  Cupcake-Seife. <3 <3 



So, genug geplaudert, ihr seid doch eh hauptsächlich wegen des Rezepts hier, gell?! :) 

Lebkuchen-Mandel-Biskuit mit Orangencreme

15cm Durchmesser 


Tag 1: Orangenpüree-Schicht machen, Biskuit backen

Tag 2: Puddingcreme machen, Torte füllen, Ganache anrühren 

Tag 3: Torte fertigmachen


Für die Orangenschicht:

2 Orangen

1/2 El. Zitronensaft

1/2 EL. Orangenlikör (optional) 

½ Teel fein abgeriebene Bio-Orangenschale

10-15 g Zucker (je nach Süße der Orangen)

2 Blätter Gelatine  


Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Einen 12-14cm – Tortenring  mit Frischhaltefolie bespannen und auf eine Platte setzen oder alternativ eine 14er Springform mit Folie auslegen. – Orangen mit einem Messer schälen und das Fruchtfleisch mit einem scharfen Messer in Filets herauslösen. Dabei den Saft auffangen. Es sollten keine Häutchen der Orangen hineingelangen. Die Orangenfilets mit einem Stabmixer fein pürieren. 150 gr Orangenpüree abmessen und mit dem Zitronensaft, dem Orangenschalenabrieb und dem Zucker einmal kurz aufkochen. Vom Herd nehmen und den Likör einrühren. Anschließend die Gelatine darin auflösen und die Fruchtmasse in den Tortenring bzw. die Springform füllen und auskühlen lassen. Anschließend für 4 Stunden im Kühlschrank fest werden lassen.


Für den Mandelbiskuit: 

4 Eier Gr.L, getrennt

1 Prise Salz

1 Pck. Vanillezucker

135 g Zucker

160 g gemahlene Mandeln

25 g Speisestärke

40 g Mehl

1 gestr. Teel. Backpulver

2 Teel. Lebkuchengewürz


Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Zwei 15cm Backformen am Boden mit Backpapier belegen.

Eier trennen und das Eiweiß mit dem Salz zu Eischnee schlagen, dabei den Zucker dazurieseln lassen. Das Eigelb vorsichtig unterrühren. Die Stärke, das Mehl und das Backpulver über die Eimasse sieben. Alles zusammen mit den gemahlenen Mandeln unterheben und den Teig in der Backform glattstreichen. In ca. 25 Minuten backen. Auf einem Rost ganz abkühlen lassen.


Für die Füllung:

380 ml Milch

1 Pck. Vanille- oder Sahne-Puddingpulver

50 gr Zucker 

Schale von 2 Bio-Orangen

130 gr weiche Butter


Aus Milch, Puddingpulver, Zucker und Orangenschale (Schale direkt in die Milch geben) nach Packungsanweisung einen Pudding zubereiten, in eine Schüssel füllen, mit Folie abdecken und auskühlen lassen. Die Butter schaumig rühren und den Pudding löffelweise unterrühren. Creme durch einen Sieb passieren und 50 gr Orangenmarmelade unterrühren. Falls die Creme sehr weich sein sollte, für 30 Minuten in den Kühlschrank stellen, Achtung nicht zu lange, sonst wird sie fest. 


Zusammenbau: 

Beide Böden je einmal waagerecht durchschneiden. Puddingcreme in einen Spritzbeutel mit Lochtülle geben. Den ersten Boden auf eine Kuchenplatte stellen und eine rund 0,5cm dicke Schicht Creme aufspritzen. Den nächsten Boden auflegen und ebenso verfahren. In der Mitte habe ich statt Creme die Orangenpüree-Schicht gelegt und dann nur am Rand etwas Puddingcreme aufgespritzt. Der letzte Biskuit sollte eine "Back-Unterseite" mit der Unterseite nach oben sein - so wird die Torte schöner und gerader. 

Zum Festwerden nun mindestens 3 Stunden (oder über Nacht) in den Kühlschrank stellen. 


Anschließend könnt ihr die Torte entweder so wie sie ist als Naked Cake servieren oder auch mit Buttercreme oder Ganache und Fondant umhüllen - je nachdem welche Dekoration ihr bevorzugt. 

Falls du den Umgang mit Buttercreme und Fondant lernen möchtest, ich biete in München und Wien dazu regelmäßig Kurse zu diesen Themen und mehr an. Gutschein habe ich natürlich auch im Angebot. ;) 


Ja, okay, dieses Anschnittfoto ist optisch keine Offenbarung, 

aber ihr wollt doch auch wissen, wie es drinnen aussieht, oder? 


Hallo, I bims. Die Zuckerbäckerin eures Vertrauens. 






Donnerstag, 10. Dezember 2020

Das Rezept für meine liebsten Lebkuchenherzen

Die Lebkuchen meiner Oma habe ich als Kind schon immer heiß und innig geliebt. Seit inzwischen mehr als 10 Jahren backe ich das Familienrezept inzwischen selbst, und das mehrmals im Jahr - wahlweise als runde Lebkuchen mit einfacher Zuckerglasur oder auch als Lebkuchenherzen mit Royal Icing. 

Mit meiner Lebkuchenliebe bin ich übrigens nicht allein. So gut wie jeder, der diese Lebkuchen schon probiert hat, ist begeistert. Das Grundrezept für die klassischen Lebkuchen ist ja schon länger auf meinem Blog, aber heute habe ich euch endlich mal das komplette Rezept inkl. Royal Icing für die Herzen zusammengeschrieben. 

Es gibt übrigens eine Zutat in diesem Rezept, die erfahrungsgemäß etwas schwierig zu bekommen ist: 
Die Invertzuckercreme, auch Kunsthonig genannt. Bitte nicht verwechseln mit Invertzuckersirup, das ist etwas ganz anderes. 
Diese Creme könnt ihr nur online bestellen und zwar hier: Kitzinger Backkönig von Arauner


Lebkuchenherzen 
(für ca. 40 Stück mit 11cm Durchmesser, mein Ausstecher hat 10cm)

Benötigstes Equipment: 
- Küchenmaschine
- Silikonmatte (meine hat 40-60cm Größe)
- großer Ausrollstab
- Pasten-Lebensmittelfarben, z.B. von Sugarflair
- Herz-Ausstecher (meiner hat 10cm Durchmesser, ihr könnt natürlich auch eine andere Größe nehmen und die Backzeit dann reduzieren oder verlängern) 
- mehrere Spritzbeutel (ich nehme hier gerne Einwegspritzbeutel)
- Tülle mit Flechtmuster für den Rand, z.B. das hier)
- Tülle für superschnelle Blümchen, diese Tülle
- Mini-Lochtülle zum Schreiben, z.B. diese Tülle
- für den einfacheren Gebrauch empfehle ich mehrere Tüllenadapter zu besorgen
(wenn man zwischendurch die Tülle wechseln möchte, muss man so nur abschrauben)
- mehrere Schälchen zum Färben
- Zahnstocher (um die Pastenfarbe aus der Tube zu nehmen) 
- Drehplatte (ist kein Muss, aber damit geht es einfacher)

Für den Teig:
2 Eier
500 g brauner Zucker
500 g Invertzuckercreme (gibt es hier)
20 g Natron
1250 g Mehl plus etwas Mehl zum Ausrollen
12 g Zimt
4 g gemahlene Nelken
125 ml Kaffee (heiß oder kalt ist egal)

Eier mit Zucker schaumig rühren, inzwischen bei der Invertzuckercreme den Deckel und die Alufolie abmachen und in der Mikrowelle 1 Minute bei 800 Watt erwärmen. Invertzuckercreme mit dem gesiebten Natron verrühren und in die Eiercreme rühren. Mehl, Zimt und Nelken mischen und abwechselnd das Mehlgemisch und den Kaffee in die Rührschüssel geben und auf der niedriger Stufe weiterrühren bis der Teig zu fest wird bzw. die Rührschüssel voll wird. Das restliche Mehl auf eine Silikonmatte geben, den Teig daraufgeben und alles gut verkneten. 
Backofen auf 140 Grad OberUnterhitze (oder 120 Grad Umluft) vorheizen und ein Blech mit Backpapier belegen. 
Den Teig 0,5 cm dick ausrollen, mit einem Herz-Ausstecher ausstechen und ca. 25 Minuten backen. 
Um zu testen, ob die Lebkuchen fertig sind, prüfen, ob sie sich am Rand vom Backpapier ablösen. Sie sollten noch sehr weich sein und werden beim Auskühlen fest. Wenn der Rand der Lebkuchen abgeht, sind sie fertig, sie garen auf dem heißen Backblech dann noch nach. 
Wenn man sie solange bäckt, bis sie komplett abgehen, werden sie hart. Dann kann man sie mit einem Glas Milch zwar immernoch gut vernaschen, aber weich sind sie noch viel besser. ;)






Für das Royal Icing:
500 g gesiebten Puderzucker
85-90 g Eiweiß (2-3 Eier)
18 g Kartoffelmehl
1 Prise Salz
1 Spritzer Zitronensaft

Alle Zutaten in eine fettfreie Rührschüssel geben (am besten aus Metall oder Glas, bei Plastikschüsseln bleibt gerne mal etwas Fett) und mit dem Paddel (nicht mit dem Schneebesen, der würde zuviel Luft in die Masse bringen) auf der niedrigsten Stufe 10 Minuten verrühren. Je länger man rührt, desto fester wird die Masse. Nach 10 Minuten die Konsistenz prüfen: Sie sollte fest, aber nicht extrem fest sein. Falls das Icing zu weich ist, noch 2 Minuten auf niedrigster Stufe laufen lassen. Wenn die Masse danach immernoch zu weich ist, etwas mehr Puderzucker dazugeben und verrühren. Falls sie Masse zu hart sein sollte, etwas Eiweiß dazugeben und verrühren. 

Maximal so fest sollte das Royal Icing sein. 



Nun das Royal Icing auf mehrere Schälchen verteilen zum Färben. Vom Icing in der Farbe für den Rand wird am meisten benötigt, außerdem braucht man etwas weißes Icing für die Schrift und nach Lust und Laune noch eine weitere Farbe für z.B. Blümchen. 

Mit Pasten-Lebensmittelfarbe einfärben, dafür mit einem Zahnstocher Farbe aus der Tube nehmen, in das Icing rühren und mit einem kleinen Löffel umrühren, bis das Icing durchgefärbt ist. Bei Bedarf mehr Farbe einrühren. Es dauert übrigens rund 30-40 Minuten, bis die Farbe ihr volles Potential entfaltet.

ACHTUNG, Royal Icing trocknet SEHR schnell. Deshalb sollte die Schale mit dem Icing immer mit Frischhaltefolie oder einem feuchten Küchentuch abgedeckt werden. 

Das Icing für die Umrandung in einen Spritzbeutel mit Flechtmuster geben (ich benutze hier gerne eine Tülle, die ca 0,6cm Größe hat). Ein Herz auf eine Drehplatte legen und an der Spitze des Herzens beginnen zu spritzen. Um die typische Umrandung zu erhalten, gehe ich im Zickzack rundherum, siehe das nächste Bild: 


Wenn bei allen Herzen die Umrandung fertig ist, beginne ich mit dem Text. Anschließend gebe ich etwas Icing in einer anderen Farbe in einen Spritzbeutel und setze die Tülle mit der Bezeichnung #224 von Wilton ein. Damit kann man einfach einen Tupfer aufsetzen und hat direkt ein Blümchen mit 5 Blättern. Anschließend setze ich noch einen weißen Punkt mit der kleinen Lochtülle (die ich auch zum Schreiben benutze) ein und fertig ist mein Blümchen. 
Die Herzen benötigen nun einige Zeit, bis das Icing komplett trocken ist, insbesondere der Rand braucht recht lange. Bitte unbedingt erst checken, ob der Rand komplett fest ist, bevor ihr sie einpackt. 


Zum Verschenken packe ich die Herzerl gerne in Zellophan-Tüten und mache ein Geschenkband rum.
Das sieht dann in etwas so aus: 


So und jetzt ran an den Backofen, noch habt ihr Zeit bis Weihnachten um eure Lieben mit selbstgemachten Lebkuchenherzen zu überraschen. 

Lasst sie euch schmecken! 

Dagi 


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